Forscher in Kalifornien haben sich mit der Frage beschäftigt, warum mexikanische Einwanderinnen in Kalifornien deutlich länger brauchen um schwanger zu werden. Sie fanden heraus, dass es an erhöhten Mengen von Flammschutzmitteln in ihrem Körper liegt.
Dabei handelt es sich speziell um PBDE (polybromierte Diphenylether), eine Gruppe von Chemikalien, die schon seit den siebziger Jahren als Flammschutzmittel eingesetzt werden. Die Frauen kommen wohl deshalb besonders viel damit in Kontakt, weil sie häufig als Haushaltshilfen arbeiten und in Kalifornien wegen der strengen Brandschutzvorschriften viel Flammschutzmittel verwendet werden.
PBDE wird in vielen Kunststoffen, beispielsweise Polstermaterialien, und Textilien wie Teppichen oder Vorhängen verwendet. Mit der Zeit löst es sich aus dem jeweiligen Material und wird über den Staub in den Organismus aufgenommen, wo es sich im Fettgewebe ablagert, berichtet das Ärzteblatt.
In Tierversuchen störten die Flammschutzmittel unter anderem den Stoffwechsel von Sexualhormonen und Schilddrüsenhormonen. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Hormonspiegel können zu einem unregelmäßigen Zyklus führen und so eine Empfängnis unwahrscheinlicher machen. Um einen ähnlichen Effekt beim Menschen herauszufinden, untersuchte ein Forscherteam der Berkeley School of Public Health über 200 schwangere Frauen.
So fanden sie heraus, dass eine hohe Konzentration vier bestimmter PBDE-Verbindungen eine Schwangerschaft deutlich verzögern kann, obwohl es nicht zu nachweisbaren Zyklus-Unregelmäßigkeiten kam. Knapp zusammengefasst: Mit viel PBDE im Körper sank die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft um die Hälfte.
Bedenken gegen die Substanzen bestehen schon lange. In Kalifornien wurden 2004 zwei PBDE-Verbindungen (PentaBDE und OctaBDE) verboten, eine dritte (DecaBDE) soll ab 2013 nicht mehr hergestellt werden. In Europa sind Penta- und OctaBDE seit 2003 verboten, die deutsche Industrie verwendet PentaBDE sogar schon seit 1986 freiwillig nicht mehr. DecaBDE darf zumindest in Elektro- und Elektronikartikeln seit Juli 2008 nicht mehr verwendet werden.






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