Sterilisation als zuverlässige Methode der Geburtenkontrolle ist an sich nichts Neues. Sie kann bei Mann und Frau angewendet werden. Bei Frauen werden meist die Eileiter durchtrennt und verödet oder aber abgeklemmt (Tubenligatur), so dass keine Eizellen mehr aus den Eierstöcken in die Gebärmutter gelangen können. Eine Befruchtung wird so ausgeschlossen.
Bei Männern werden die Samenleiter durchtrennt oder abgebunden (Vasektomie), so dass die Samenflüssigkeit keine Spermien mehr enthält. Die erwünschte absolute Unfruchtbarkeit stellt sich dabei erst nach ein paar Monaten ein, danach sind dann aber wirklich keine Spermien mehr im Ejakulat zu finden, obwohl die Spermienproduktion weitergeht.
Die Sterilisationen sind auch deswegen beliebt, weil sie keinerlei Auswirkungen auf die Libido haben. Frauen können dann auch auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten, egal ob sie selbst oder ihr Partner sich einer Sterilisation unterzogen haben.
In Deutschland entscheiden sich jedes Jahr über 50.000 Männer für eine solche Operation. Aber was ist, wenn sie dann doch noch Kinder haben möchten, etwa in einer neuen Beziehung? Dieses Themas hat sich auch die Bild-Zeitung angenommen und informiert über die “Refertilisation”, die Rückgängigmachung einer Sterilisation.
Damit es mit der Zeugung wieder klappen kann, müssen die Samenleiter wieder für die Spermien durchlässig gemacht werden. Dazu wird der Hodensack geöffnet und die Samenleiter werden sehr sorgfältig Schicht für Schicht wieder miteinander vernäht.
Sogar nach mehreren Jahren sind die Erfolgschancen auf ein selbst gezeugtes Kind noch sehr gut: Fünf Jahre nach der Sterilisierung zeugen nach der Umkehrung der Operation noch rund 60% der Männer ein Kind. Je länger die Vasektomie jedoch zurückliegt, desto unwahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Refertilisation. Allerdings ergab eine US-amerikanische Studie, dass die Schwangerschaftsrate auch vom Alter der Partnerin abhängt.





