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Bielefelds beliebte Vornamen

Dienstag, 14.04.2009 von Alexandra

Eigentlich ist Knud Bielefeld ja Wirtschaftsinformatiker, aber auf seiner Internetseite geht es gar nicht um die Themen, die man von einem Informatiker erwarten würde. Vielmehr beschäftigt sich der 41-jährige Vater eines Sohnes mit Vornamen.

Bielefeld wertet jedes Jahr tausende Geburtsmeldungen aus, von Krankenhäusern ebenso wie von Standesämtern aus ganz Deutschland. So kommt er zu Namenshitlisten, die sich von denen der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) teilweise unterscheiden.

Unter www.beliebte-vornamen.de hält der Namensfan aus Ahrenburg aber nicht nur Namenslisten für seine Besucher bereit, sondern auch viel Wissenswertes und vor allem auch Unterhaltsames rund um Vornamen. Dazu gehört neben Tipps zur Auswahl des Vornamens beispielsweise die Rubrik “Babynamen der Woche”, die aktuell solche Exoten bietet wie Lyo Kai, Elias Contré, Sky Luie, Travis Dwayne und Fiene. Wir empfehlen: Auch mal die Kommentare lesen – da werden bestimmte Namen oft aufs Leidenschaftlichste diskutiert!

Das Interview mit Knud Bielefeld

Wie hat sich Ihr Interesse für Vornamen entwickelt?

Zufällig bin ich darauf gestoßen, dass es in Deutschland nur oberflächliche Vornamenstatistiken gibt. Ursprünglich mit dem Ziel, ein Buch daraus zu machen, habe ich dann angefangen, Vornamen zu sammeln und Hitlisten für alle Jahrgänge seit 1890 zu erstellen. Statt eines Buchs ist dann die Internetpräsenz beliebte-Vornamen.de daraus entstanden. Mit der Zeit habe ich mich dann immer mehr für das Thema Vornamen begeistert - auch um die zahlreichen Fragen der Besucher von beliebte-Vornamen.de beantworten zu können.

Wie viel Zeit wenden Sie für Ihr Blog auf?

Circa fünf Stunden pro Woche.

Wer sind Ihre Gastautoren?

Eine Helferin schreibt regelmäßig Artikel im Blog und unterstützt mich auch bei der Vornamensammlung für die Jahrgangs-Hitlisten. Ansonsten habe ich keine Stammautoren. Gastbeiträge kommen meistens von Journalisten oder Wissenschaftlern, die in ihrem ursprünglichen Schwerpunktthema etwas über Vornamen recherchiert haben. So hat zum Beispiel ein in Tel Aviv ansässiger Korrespondent einen Beitrag über die Vornamengebung in Israel beigesteuert und ein Historiker sich mit den Namensgesetzen im dritten Reich beschäftigt.

Jedes Jahr erhebt die Gesellschaft für deutsche Sprache die Vornamens-Hitlisten für Deutschland. Sie haben aber Ihre eigenen Listen. Warum machen Sie sich diese Mühe? Ist Ihre Liste repräsentativer als die der GfdS?

Die GfdS unterscheidet nicht zwischen dem ersten und den weiteren Vornamen. Ich dagegen ermittle separate Ranglisten für die ersten und die zweiten Vornamen. Weil es einige Namen gibt, die sehr häufig als Zweitname vergeben werden, dagegen relativ selten als erste Vornamen (z. B. Sophie und Marie), weichen die Vornamensranglisten voneinander ab.
Meistens ist der erste Vorname der Rufname, so dass die Vornamensliste der GfdS kaum Rückschlüsse darauf zulässt, welche Namen demnächst besonders häufig an der Sandkiste gerufen werden.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsname?

Mein Lieblingsname ist Erik, so heißt mein Sohn.

Und welcher Name geht gar nicht?

In Amerika ist der Name Nevaeh für Mädchen gerade sehr in Mode. Es handelt sich um das Wort “Heaven” (Himmel) rückwärts geschrieben. Nevaeh wird meistens NI-WE-A ausgesprochen - ich hoffe sehr, dass sich dieser Name in Deutschland nicht durchsetzt.

Wissen Sie, warum Ihre Eltern Sie Knud genannt haben?

Meine Eltern haben zum dreisilbigen Nachnamen einen kurzen Vornamen, der nicht so häufig vorkommt, ausgesucht.


 

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