Viele Frauen leiden kurze Zeit nach der Entbindung an Stimmungsschwankungen. Verursacht werden diese Verstimmungen – Wutgefühle, Reizbarkeit, Angst, Hilflosigkeit – von dem abrupt umgestellten Hormonhaushalt. Die Beschwerden klingen meist nach etwa einer Woche wieder ab, ohne dass die Frau Hilfe braucht.
Bis zu 20% der jungen Mütter jedoch leiden an einer echten Depression, die behandelt werden muss.
Diese Wochenbettdepression oder auch postpartale Depression kann sich innerhalb der ersten zwei Lebensjahre des Babys ganz unauffällig entwickeln.
Jetzt haben Wissenschaftler einer kalifornischen Universität festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Wochenbettdepression steigt, wenn die Frau während der Schwangerschaft einen besonders hohen Level eines bestimmten Hormons aufweist.
Die Mediziner vermuten, dass ein besonders hoher Hormon-Level auch einen starken Abfall nach sich zieht und so Depressionen begünstigt.
Die Forscher der University of California in Irvine haben bei 100 Frauen in der 25. Schwangerschaftswoche den Wert an plazentalem Corticotropin-releasing-Hormon (pCRH) gemessen. Bei 75% der an Depressionen leidenden Mütter war der Wert vorher erhöht. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein besonders hoher Hormon-Level auch einen starken Abfall nach sich zieht und so Depressionen begünstigt.
Falls Depressionen mit einem einfachen Test vorhersagt werden könnten, wäre es möglich, gefährdete Mütter schon frühzeitig zu behandeln. Die anderen Risikofaktoren für Depressionen, wie geringes Selbstwertgefühl und mangelnde Unterstützung aus dem sozialen Umfeld, sind schwer zu messen und daher kein geeigneter Indikator für eine spätere Depression.





