Am 9. September ist der “Tag des alkoholgeschädigten Kindes”. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt dieses Jahr deshalb den neuen Beratungsleitfaden “Alkoholfrei durch die Schwangerschaft” vor.
Nach aktuellen Schätzungen kommen jedes Jahr allein in Deutschland 10.000 Kinder auf die Welt, die alkoholbedingte Schäden davongetragen haben. Rund 2.000 von ihnen zeigen laut BZgA “das klinische Vollbild der durch Alkohol verursachten Schäden” auf. Darunter versteht man das fetale Alkoholsyndrom (FAS), das Wachstumsstörungen vor und nach der Geburt, Gesichtsfehlbildungen und Störungen der geistigen und psychomotorischen Entwicklung des Kindes umfasst. Die weniger schwer geschädigten Kinder unter anderen vom Alkohol verursachten Schäden, wie Hirnfunktionsstörungen und krankhaften Veränderungen des Gehirns.
Obwohl schon lange bekannt ist dass Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft der häufigste Grund für körperliche und geistige Schäden des Kindes ist, trinken nach aktuellen Studien trotzdem 12 bis 15 Prozent der Schwangeren während ihrer Schwangerschaft einmal oder mehrmals im Monat Alkohol. Oft scheint noch die Auffassung zu gelten, dass ein Gläschen Sekt in der Woche sowieso nichts schaden kann, dass ein bisschen Alkohol gesund ist, weil er ja den Kreislauf anregt, und sowieso die Plazenta das Kind vor dem Alkohol schützt – das tut sie aber nicht.
Prof. Dr. Elisabeth Pott, die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont vor allem auch, dass es keine Grenze gibt, unterhalb derer Alkoholkonsum ungefährlich ist. Während der Schwangerschaft muss die Mutter deshalb komplett auf alkoholische Getränke und Speisen verzichten. Mit dem neuen Beratungsleitfaden will die BZgA Hebammen und Frauenärztinnen dabei unterstützen, Frauen zu einem Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft zu bewegen.
Der Leitfaden ist für Gesundheitsprofis gedacht, aber auch werdende Mütter und Väter! – können sich entsprechend informieren. Unter www.kenn-dein-limit.de können Eltern in spe sich eine Broschüre herunterladen, die über die Auswirkungen von Alkohol während der Schwangerschaft informiert.
Wenn ihr übrigens meint, die 12 bis 15 Prozent der Frauen, die trotz Schwangerschaft trinken, seien ja nicht soo viel, und so jemanden kennt ihr ja sowieso nicht: Wenn wir mal von etwa acht bis zehn Teilnehmern bei einem beliebigen Geburtsvorbereitungskurs ausgehen, trinkt davon rechnerisch eine Mutter. Direkt in eurem Umfeld.





