Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass die Müttersterblichkeit in vielen Entwicklungsländern zwar zurückgeht, in den USA, in Kanada und auch in Dänemark aber überraschend angestiegen ist. Gründe für diesen Anstieg können die Autoren der Studie nicht nennen.
Wissenschaftler einer Universität in Seattle untersuchten Statistiken aus den Jahren 1980 bis 2008. In diesem Zeitraum sind vor allem in den USA immer mehr Frauen aufgrund der Schwangerschaft oder bei der Geburt gestorben. Laut den Forschern liege ein Teil des Anstiegs an neuen Zählmethoden; das könne aber nicht den gesamten Anstieg erklären: 2008 sollen in den USA nämlich 42 Prozent Frauen mehr in Verbindung mit ihrer Schwangerschaft oder der Entbindung gestorben sein als noch 1990.
Unter “Müttersterblichkeit” versteht man den Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder innerhalb eines Zeitraums von 42 Tagen nach der Geburt bzw. nach dem Ende der Schwangerschaft. Die Anzahl der Todesfälle pro 100.000 Geburten gilt als ein Hinweis auf die Qualität der gesundheitlichen Versorgung eines Landes, und zwar der Geburtenhilfe ebenso wie der allgemeinen Medizin.
Diese Müttersterblichkeitsrate ist in den USA von 12 auf 17 gestiegen, in Kanada von sechs auf sieben, in Dänemark von sieben auf neun. Weltweit ist die Rate aber erfreulicherweise gesunken; dabei haben Ägypten, Bolivien, China und Ecuador sich besonders verbessern können.
In anderen Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Gefahr für Schwangere immer noch sehr groß. 2008 ereignete sich mehr als die Hälfte aller Todesfälle weltweit in nur sechs Ländern: Afghanistan, Äthiopien, Indien, Nigeria, Pakistan und der Demokratischen Republik Kongo.
Als Hauptursachen für die Müttersterblichkeit gelten schwangerschaftsbedingte Probleme wie Bluthochdruck und Blutungen, aber auch ektopische Schwangerschaften, etwa Eileiterschwangerschaften, Infektionskrankheiten, aber auch von ungeschulten Personen durchgeführte Abtreibungen.
Die weltweit niedrigste Rate hat übrigens Italien: Hier sterben pro 100.000 Geburten nur vier Frauen, in Deutschland und Spanien liegt die Zahl bei sieben. In Großbritannien ist die Zahl mit acht zwar auch sehr niedrig, ist in den letzten 20 Jahren aber nicht mehr gefallen.
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass zumindest in den Schwellen- und Entwicklungsländern die Bemühungen fruchten, die Müttersterblichkeit zu senken. Die Industrieländer müssen hingegen daran arbeiten, die medizinische Versorgung und eventuelle die Informationsangebote und allgemeine Unterstützung für Schwangere und junge Mütter zu verbessern.






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