Schwangere sollten nicht rauchen, das ist schon lange bekannt. Es ist unumstritten, dass Rauchen in der Schwangerschaft nicht nur schlecht für die Lungen der Mutter, sondern auch für den ganzen Organismus des Babys ist. Trotzdem geben viele Frauen nicht einmal während der Schwangerschaft das Rauchen auf.
Gibt die Schwangere das Rauchen nicht auf, kann es zu Wachstumsstörungen führen und Früh- und Mangelgeburten verursachen. Ausreden dafür gibt es viele, beispielsweise dass der Verzicht auf Nikotin während der Schwangerschaft für Entzugserscheinungen beim Baby sorge, oder dass es sowieso schon zu spät sei um mit dem Rauchen aufzuhören, wenn die Frau merkt dass sie schwanger ist.
Zumindest Ausrede Nr. 2 hat jetzt eine Forschungsgruppe der Universität von Auckland (Neuseeland) endgültig widerlegt, wie das Ärzteblatt berichtet. Lesley McCowan und ihre Kollegen haben Daten einer Studie neu ausgewertet, mit der vor einiger Zeit Risikofaktoren für eine Schwangerschaftsgestose ermittelt wurden. Die 2500 Teilnehmerinnen wurden dabei auch zu ihrem Tabakkonsum befragt.
Die Schwangeren, die noch vor der 15. Schwangerschaftswoche mit dem Rauchen aufhörten, hatten einen wesentlich unkomplizierteren Schwangerschaftsverlauf als die Frauen, die bis zum Ende der Schwangerschaft weiterrauchten: Bei 62 Prozent der Ex-Raucherinnen gab es keine Komplikationen, aber bei nur 44 Prozent der Raucherinnen. Zu einer Frühgeburt kam es bei vier Prozent der Ex-Raucherinnen und bei 10 Prozent der Raucherinnen; Mangelgeburten gab es bei 10 Prozent der Ex-Raucherinnen, aber bei 17 Prozent der Raucherinnen. Das Risiko für Früh- und Mangelgeburten ist also bei Schwangeren, die bis zur 15. Schwangerschaftswoche mit dem Rauchen aufhören, nicht größer als bei Nichtraucherinnen.
Die 15. Schwangerschaftswoche war der Zeitpunkt, zu dem die Befragung der schwangeren Frauen im Rahmen der Studie durchgeführt wurde. Es soll nicht bedeuten, dass Schwangere bis zur 15. Schwangerschaftswoche unbekümmert rauchen sollten.
Die Studie belegt ganz eindeutig, dass es das Risiko für eine Frühgeburt deutlich senkt, wenn die Schwangere das Rauchen aufgibt – auch dann noch, wenn die Schwangerschaft schon einige Wochen alt ist.





