Der Nährstoffbedarf einer Frau steigt während der Schwangerschaft an. Das ist nur verständlich, schließlich muss es ja für das Kind auch reichen, das da gerade entsteht. Die meisten Frauen wissen, dass Eisen während der Schwangerschaft besonders wichtig ist, und auch der begleitende Arzt achtet besonders auf den richtigen Eisenspiegel.
Ist es aber wirklich immer nötig, dass Schwangere Eisenpräparate einnehmen, oder können sie den Bedarf auch durch eine normale Ernährung decken? Kann das Einnehmen von Eisentabletten vielleicht sogar schädlich sein?
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun Wirkung und Notwendigkeit von Eisenpräparaten für Schwangere unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Wirklich wichtig sind solche Nahrungsergänzungsmittel nur für Schwangere mit Mangelerscheinungen.
Bei gesunden Schwangeren kann zusätzlich zugeführtes Eisen eine Anämie (Blutarmut) verhindern; wenn Frauen aber ausreichend Eisen über ihre Nahrung aufnehmen, ist eine zusätzliche Einnahme nicht notwendig.
Eisen ist ein Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, das den Sauerstofftransport im Blut unverzichtbar ist. Eine Unterversorgung mit Eisen in der Schwangerschaft kann deswegen die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen und so zu einem niedrigeren Gewicht bei der Geburt führen. Schon allein durch die größere Blutmenge braucht die Frau dafür etwas mehr Eisen.
Bei der Schwangeren selbst kann Eisenmangel das Immunsystem schwächen. Damit eine Blutarmut entsteht, muss der Eisenmangel allerdings schon wirklich schwer sein. Bei einer normalen ausgewogenen Ernährung kommt ein so gravierender Mangel bei uns nur selten vor. Nur in so einem Fall wäre eine zusätzliche Eisengabe sinnvoll. Dagegen kann laut dem IQWiG auch zu viel Eisen problematisch sein.
Kurz und gut: Nicht jede Schwangere braucht wirklich eine tägliche Zusatzration an Eisen. Wer sich Sorgen über die Eisenversorgung macht, sollte unbedingt mit dem Arzt sprechen. Eventuell reicht aber schon eine kleine Ernährungsumstellung, damit man im “grünen Bereich” liegt, nicht immer ist eine Nahrungsergänzung überhaupt sinnvoll. In den meisten Fällen kann der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft mit einer normalen Ernährung gut gedeckt werden.
Besonders tierische Lebensmittel wie Fleisch (nicht vergessen: nicht ganz durchgegartes Fleisch ist während der Schwangerschaft tabu!), und davon vor allem Leber, enthalten gut verwertbares Eisen. Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln ist nicht ganz so effektiv. Trotzdem brauchen auch Vegetarierinnen nicht unbedingt zusätzliches Eisen. Sie müssen nur ein bisschen mehr auf die Zusammenstellung der Mahlzeiten achten – aber das machen sie ja meistens sowieso. Eisen ist beispielsweise in Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Durch Vitamin C kann die Aufnahme aus den Lebensmitteln noch gesteigert werden.






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