Jetzt also doch wieder: Schwangerschaft macht vergesslich! Schon lange ist es einer der Standardmythen über die Schwangerschaft, auch über die Stillzeit, dass eine Frau während dieser Zeit vergesslicher ist als sonst. Ob das stimmt oder nicht, das ist umstritten, und immer wieder belegen Studien, das das eine stimmt, das andere falsch ist, oder andersrum. Jetzt wollen englische Wissenschaftler festgestellt haben, dass dieses Vorurteil doch tatsächlich stimmt.
Auf einer Konferenz haben Diane Farrar und ihre Kollegen eine Studie vorgestellt, laut der während der letzten Monate der Schwangerschaft das räumliche Erinnerungsvermögen der Frau weniger leistungsfähig ist. Das bedeutet, dass während dieser Zeit besonders viele Sachen verlegt werden. Dieses Phänomen tritt etwa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat auf und dauert nach der Geburt noch mindestens drei Monate an.
Wie genau die Hormone das Gedächtnis beeinflussen, wissen die Forscher selbst nicht. Sie vermuten aber, dass die Veränderungen im Hormonhaushalt vor allem die Hippocampus genannte Hirnregion beeinflussen, der auch am räumlichen Erinnerungsvermögen beteiligt ist.
Das Team um Diane Farrar untersuchte 23 Schwangere und 24 nicht-schwangere Frauen. Die Schwangeren zeigten eine deutlich geringere Gedächtnisleistung, waren öfter niedergeschlagen und/oder besorgt und hatten außerdem ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken. Da sich auch diese Symptome nach der Geburt des Kindes verbesserten, geht das Team hier ebenfalls von Hormonen als Auslöser aus.
Kann schon sein, dass die Hormone dazu beitragen, dass eine Schwangere sich nicht erinnern kann wo sie vorhin die Schlüssel hingelegt hat. Vermutlich hilft es dem Gedächtnis aber auch nicht gerade, wenn die Frau ständig übermüdet ist, weil sie in den Endphasen der Schwangerschaft nicht mehr richtig schlafen kann, oder weil eben nach der Entbindung das Baby in der Nacht alle zwei Stunden schreit. Und vielleicht hat sie den Kopf gerade eben mal ganz woanders als bei den blöden Schlüsseln.






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