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Schwangere Väter

Montag, 16.03.2009 von Alexandra

Nein, es geht hier nicht um Männer wie den Amerikaner Thomas Beatty, der im vergangenen Jahr weltweit als “der schwangere Mann” Schlagzeilen machte. Es geht um ganz normale Männer, die während der Schwangerschaft ihrer Frau schwangerschaftsähnliche Symptome zeigen.

Das Phänomen ist schon lange bekannt: Männer schwangerer Frauen legen manchmal selbst an Gewicht zu und schlagen sich mit typischen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft herum, zum Beispiel Erschöpfung und morgendlicher Übelkeit, aber auch mit der Gewichtszunahme. Manche Männer legen bis zu 25 Kilogramm zu.

Unter Wissenschaftlern heißt diese Erscheinung Männerkindbett oder auch Couvade-Syndrom. Der wirkliche Grund für die Männerschwangerschaft ist noch nicht klar. Immerhin haben Wissenschaftler verschiedene Theorien, was dahinter steckt.

Der tiefenpsychologische Ansatz geht von einem Gebärneid des Mannes aus.
Mit der Scheinschwangerschaft will er kompensieren, dass er selbst keine Kinder gebären kann. Der Wiener Entwicklungspsychologe Harald Werneck deutet das Verhalten der Männer eher dahingehend, dass Männer damit ihre Solidarität mit der Schwangeren zeigen. Er hält aber auch für möglich, dass sie so ihre Angst vor der Zukunft oder der Rivalität mit dem Kind verarbeiten.

Aus neurologischer Sicht könnten die seit einiger Zeit viel diskutierten Spiegelneuronen für das Couvade-Syndrom verantwortlich sein. Diese Neuronen lösen beim Betrachter ähnliche Handlungen und Gefühle aus, wie bei der Person, die er beobachtet.

Medizinisch belegt ist immerhin die Tatsache, dass beim Couvade-Syndrom beim Mann der Testosteronspiegel sinkt, während die Menge an Prolaktin zunimmt. Und wie bei der Frau sorgt das auch beim Mann für Übelkeit und Erbrechen. Studien haben herausgefunden, dass der Hormonhaushalt eines Mannes sich ändert, wenn er mit einer schwangeren Frau zusammenwohnt.

Ein echter körperlicher Grund für den Zustand ist allerdings noch nicht bekannt. Reine Einbildung kann es wohl nicht sein, denn es gibt dokumentierte Fälle, in denen der Ehemann die Symptome entwickelt hat, bevor er von der Schwangerschaft seiner Frau erfahren hat. So wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis das Couvade-Syndrom vollkommen entschlüsselt ist – und einige schwangere Frauen haben die Genugtuung, dass sie in ihrer morgendlichen Übelkeit nicht allein sind.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • Hermann Ehmann | 18.11.2009 um 20:16

    Liebe Redaktion,

    während meiner dreijährigen Papa-Elternzeit habe ich ein amüsant-unterhaltsames Taschenbuch verfasst, das dieser Tage unter dem Titel „Mein Leben als Mutti. Wahre Geschichten eines Elternzeit-Papas“ im Verlag C.H. Beck in München erschienen ist und in 25 witzig-spritzigen Storys meine Erlebnisse als ahnungsloser Y-Chromosomenträger unter lauter Muttis wiedergibt. Interessiert? Dann riskieren Sie einen kurzen Blick auf eine Rezension im Frauenportal www.fem.de (http://www.fem.com/private/mein-leben-als-mutti-buchtipp-papa-macht-das-4016.html) oder auf http://www.amazon.de/Mein-Leben-als-Mutti-Elternzeit-Papas/dp/3406592988/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1255024717&sr=8-1, wo Sie erste Leserrezensionen finden, oder auf die Homepage des Verlages: „http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=28308“
    Vom Verlag sollte auf meinen Wunsch hin bereits ein Rezensionsexemplar an Sie gegangen sein. Falls nicht, kontaktieren Sie bitte gerne die Pressechefin Frau Eva Holz (eva.holz@beck.de) – Exemplar kommt sofort.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie das Thema auf Ihrer Plattform aufgreifen bzw. mein Buch als Tipp vorstellen könnten – es sollte voll zu Ihrer Zielgruppe passen. Vielen Dank für Ihre Mühe im Voraus.

    Freundliche Grüße
    Hermann Ehmann

     

  • Melanie F. | 26.11.2009 um 15:06

    Hallo, das Buch “Mein Leben als Mutti” hat mir ganz gut gefallen. Es sind viele nette Situationen beschrieben. Fast parallel habe ich jedoch das Buch “Achterbahn zum ersten Milchzahn” gelesen, was aus meiner Sicht wesentlich besser zu lesen ist.
    Aber man kann mit beiden Büchern nichts falsch machen.
    Gruss, Melanie

     

 

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