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Schwangerschaft & Übergewicht

Donnerstag, 12.02.2009 von Alexandra

Übergewichtige Schwangere bekommen überdurchschnittlich oft zu große Babys. Das stand bisher unerschütterlich fest. Eine englische Studie hat nun aber herausgefunden, dass Frauen, die während der Schwangerschaft an Übergewicht leiden, auch überdurchschnittliche oft zu kleine Babys gebären.

“Für zwei essen” ist für Schwangere schon längst überholt, die meisten Schwangeren versuchen stattdessen doppelt gut zu essen. Damit sind sie auf dem richtigen Weg, denn eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft belastet den Organismus und somit auch das Baby. Bei von Übergewicht oder gar Adipositas betroffenen Müttern kommt es auch öfter als bei normalgewichtigen Müttern zu Präeklampsie, zu einer Frühgeburt oder zum Kaiserschnitt.

Eine deutsche Studie anhand der Daten von fast 500.000 Schwangeren ergab, dass Schwangere desto öfter unter Bluthochdruck litten, je höher ihr BMI (Body-Mass-Index) war. Ähnlich war es bei der Präeklampsie und Eklampsie.

Auch auf das ungeborene Kind hat das Gewicht der Mutter Einfluss: Je höher das Gewicht der Schwangeren ist, desto öfter kommt es zu unregelmäßigem Herzschlag beim Baby, und desto öfter tritt ein Missverhältnis zwischen der Größe des Babykopfes und des Beckens der Mutter auf. Dies mag daran liegen, dass die Schwangeren während der Schwangerschaft an Diabetes erkranken. So wird ihr Kind überernährt und wird zu groß (fetale Makrosomie). Folgerichtig lag die Zahl der Kaiserschnitte bei sehr übergewichtigen Schwangeren (BMI über 40) bei 32%.

Mit dem Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit der Mutter und Komplikationen bei der Geburt haben auch Wissenschaftler des King’s College Hospital in London untersucht. An der Studie nahmen 385 fettleibige Erstgebärende teil. Das Ergebnis der Studie: Der Anteil der zu großen Babys lag bei den fettleibigen Müttern bei 13,4%, im Vergleich zu zehn Prozent bei normalgewichtigen Müttern.

Völlig überrascht waren die englischen Ärzte allerdings von der Tatsache, dass die übergewichtigen Mütter auch häufiger zu kleine und zu leichte Babys mit einem Gewicht von unter zweieinhalb Kilo auf die Welt brachten. Der Anteil der zu kleinen Babys lag in dieser Gruppe bei 18,8%, während er bei den normalgewichtigen Müttern nur zehn Prozent betragt.


 

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NEUESTE KOMMENTARE:

 

  • Richard Kessing | 9.04.2009 um 10:16

    In einer britischen Studie mit Kindern, die durch Leihmütter ausgetragen wurde, konnte gezeigt werden, dass der BMI der Leihmutter das Geburtsgewicht des Kindes stärker beeinflusst als das Gewicht der natürlichen Mutter. Als Ursache dafür kommt damit der Ernährungszustand der Schwangeren in Frage.
    Weitere Befunde zeigen, dass eine hohe mütterliche Energiezufuhr- unabhängig davon, ob diese permanent oder erst während der Schwangerschaft auftritt- eine deutlichen Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes hat. So ist das Makrosomierisiko, d.h. das Risiko für ein Geburtsgewicht >4000g bzw. >4500g bei Kindern adipöser Frauen mehr als verdoppelt, bei Kindern massiv adipöser Frauen sogar mehr als verdreifacht.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist sicher der Ernährungsbericht 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. In einem eigenen Kapitel widmet sich dieser Bericht dem Thema Ernährung und frühkindliche Prägung.

     

 

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