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Weltweit weniger Abtreibungen

Donnerstag, 15.10.2009 von Alexandra

Das renommierte Alan-Guttmacher-Institute in New York widmet sich nach eigenen Angaben “der Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit durch Forschung, politische Analysen und Aufklärung”. Ein in diesen Tagen auf einer Konferenz in London vorgestellter Bericht des Instituts belegt, dass die Abtreibungszahlen weltweit sinken, obwohl in vielen Ländern schwangeren Frauen der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erleichtert wurde.

Das Institut nennt in seinem Bericht (Abortion Worldwide, in englischer Sprache) für 1995 eine geschätzte Zahl von weltweit 45,5 Millionen Abtreibungen an, 2003 waren es nur 41,6 Millionen. 20 Millionen davon waren unsichere Abtreibungen, die von den Frauen selbst oder von unausgebildeten traditionellen Heilern mit ungeeigneten Medikamenten oder Kräuterzubereitungen durchgeführt wurden.

Jedes Jahr sterben unverändert 70.000 Frauen bei heimlich durchgeführten Abtreibungen. Acht Millionen müssen wegen Komplikationen nachbehandelt werden, drei Millionen davon erhalten diese medizinische Nachsorge nicht einmal.

Die Vorsitzende des Instituts, Sharon L. Camp, bezeichnet es als tragisch, dass gerade die Zahl der unsicheren Schwangerschaftsabbrüche nicht abgenommen hat. “Rechtliche Beschränkungen verhindern keine Abtreibungen, sie sorgen nur für gefährliche Eingriffe“, so Camp.

Der Rückgang der Abtreibungen wird auf die verstärkte Nutzung von Verhütungsmitteln und die damit einhergehende Abnahme von unerwünschten Schwangerschaften zurückgeführt. Überall dort, wo Frauen selbst über den Zeitpunkt und die Anzahl ihrer Schwangerschaften entscheiden können, gehe die Zahl der Abtreibungen zurück. Camp fordert deswegen verstärkte Investitionen in die Familienplanung, und eine gleichzeitige Lockerung der Abtreibungsregelungen. So könne verhindert werden, dass Frauen sterben oder lebenslange Schäden davontragen, weil ihnen der Zugang zu legalen und sicheren Abtreibungen verwehrt ist.

Von den betroffenen Frauen leben 40 Prozent in Ländern mit besonders strengen Abtreibungsgesetzen, etwa in afrikanischen und südamerikanischen Ländern. So sind etwa in Nicaragua, Chile und El Salvador Abtreibungen generell verboten, sogar wenn das Leben der schwangeren Frau oder des schwangeren Mädchen in Gefahr ist oder nach einer Vergewaltigung.


 

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