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WHO kämpft gegen Müttersterblichkeit

Mittwoch, 02.09.2009 von Alexandra

ie Weltgesundheitsorganisation WHO warnt die EU davor, die Entwicklungshilfe für Gesundheitsprojekte weiter zu kürzen. Laut WHO-Direktorin Susanne Weber-Mosdorf sterben jedes Jahr rund 536.000 Frauen im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft oder der Geburt ihres Kindes. Die Wirtschaftskrise trage jetzt dazu bei, die ohnehin schon schlechte Lage von Müttern in Entwicklungsländern zu verschärfen, so dass die WHO für die nächsten Jahre mit mehr toten Müttern rechnet.

Die niederländische Europaabgeordnete Sophie In’t Veld  befürchtet zudem, dass es im neuen Europaparlament schwieriger wird, Mittel für sexuelle und reproduktive Gesundheit, also für die selbstbestimmte Familienplanung,  zu bewilligen. Schon früher hätten sich konservative Abgeordnete dagegen gesperrt, Mittel für diese Zwecke freizugeben, seien aber gescheitert. Die unsicheren Mehrheitsverhältnisse im frisch gewählten Europaparlament mache die Lage jetzt schwieriger als früher.

In’t Veld kritisiert vor allem, dass das Theme schon längst politische Priorität hätte, wenn es sich um Terroropfer statt um Frauen handeln würde. Schon jetzt hätten sich die Hilfen für die Familienplanung im Vergleich zum Stand von vor zehn Jahren halbiert. Aktuell sind die meisten Gelder für den Kampf gegen HIV und Aids bestimmt.

Die WHO definiert Müttersterblichkeit laut Wikipedia als “Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder 42 Tage nach Schwangerschaftsende, unabhängig von der Dauer der Schwangerschaft oder dem Ort, an dem sie stattfindet oder der Maßnahmen, die in Bezug auf sie getroffen wurden; jedoch nicht wenn die Todesfälle auf Zufälle oder Versagen zurückzuführen sind”.

Die Müttersterblichkeit ist eines der Kriterien, das für die Bewertung der Qualität der Geburtshilfe in einem Land verwendet wird. In den Industrieländern liegt die Müttersterblichkeitsrate bei 9 von 100.000 Geburten, in Afrika (südlich der Sahara) bei 900. Das bedeutet, jede 22. Frau stirbt während Schwangerschaft oder Geburt.

Ursachen für die hohe Müttersterblichkeit sind vor allem Blutungen, Thrombosen, Bluthochdruck, Sepsis und Infektionen, Probleme während der Geburt, Extrauterinschwangerschaften (z.B. Eileiterschwangerschaften), unsachgemäße Abtreibungen und Überarbeitung während der Schwangerschaft. In den Entwicklungsländern werden auch heute noch kaum 60% aller Geburten von Fachpersonal begleitet. Hätten alle Frauen Zugang zu fachkundiger Beratung, durch Ärztinnen und Hebammen, könnte die Mehrheit der Todesfälle vermieden werden.
http://www.babys.de/schwangerschaft/krankheiten.htm

Die Reduzierung der Müttersterblichkeit ist eines der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Dabei soll bis 2015 die Müttersterblichkeit um drei Viertel gesenkt werden.


 

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