Ein Team australischer Wissenschaftler hat herausgefunden, dass Kinder, die mindestens sechs Monate lang gestillt werden, sich später einer stabileren mentalen Gesundheit erfreuen als Kinder, die nur kurz oder gar nicht gestillt wurden.
Dr. Wendy Oddy und ihre Kollegen vom Telethon Institute for Child Health Research in Perth untersuchten für ihre Studie über 2.300 Kinder. Wie das Gesundheitsportal netdoktor.de berichtet, waren elf Prozent der Babys nie gestillt worden, 38 Prozent wurden weniger als sechs Monate lang, der Rest länger als sechs Monate gestillt.
Die Kinder, deren Mütter übrigens schon an einer Studie zur Schwangerschaft teilgenommen hatten, wurden jeweils im Alter von zwei, fünf, acht, zehn und 14 Jahren untersucht. Dabei wurde ihre geistige Gesundheit eingeschätzt, ausgehend von ihrem Verhalten.
Bei den Untersuchungen zeigte sich in allen Altersstufen, dass jeder zusätzliche Monat Stillzeit die Wahrscheinlichkeit von Verhaltensprobleme verringerte, die zu Aggression oder Depression führen können. Dr. Oddy schließt daraus, dass Stillen einen deutlichen Vorteil für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bringt.
Es ist gut möglich, dass sich durch das längere Stillen eine stärkere Mutter-Kind-Beziehung entwickelt, die zu einer stabileren geistigen Verfassung beiträgt. Schließlich prägt die Beziehung zu den Eltern in frühester Kindheit das Sicherheitsgefühl und ermöglicht es einem Kind, Belastungen besser zu ertragen.
Die Studie befasste sich nur mit Kindern, deshalb gibt es keine Angaben darüber, wie das Stillen sich auf die geistige Gesundheit der späteren Erwachsenen auswirkt. Es scheint aber plausibel, dass mental stabile Jugendliche sich zu mental stabilen Erwachsenen entwickeln.
Übrigens war es ebenfalls eine australische Studie, die im letzten Jahr ergab, dass gestillte Kinder seltener misshandelt und vernachlässigt werden. Auch nicht wirklich überraschend, wenn ihr mich fragt – die Mutter-Kind-Beziehung greift eben in beide Richtungen!
Gestillte Babys sind anscheinend tatsächlich glücklichere Babys. Andererseits: Noch ein kleines Päckchen voller Schuldgefühle mehr auf die Schultern der Mütter, die Probleme beim Stillen haben oder gar nicht stillen können …





