Wenn die Strapazen der Geburt vergessen sind, stellt sich für junge Mütter wieder die Frage nach der Verhütung. Viele sind aber auch der Meinung, dass Stillen zuverlässig eine weitere Schwangerschaft verhütet. Was ist also die geeignete Verhütungsmethode?
Stillen als Empfängnisverhütung beruht darauf, dass beim Stillen das Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird, das den Eisprung unterdrückt. Tatsächlich kann das Stillen die Empfängnis so zuverlässig verhüten, dass der Pearl-Index (PI) bei 1 bis 2 liegt. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die zwölf Zyklen lang ausschließlich mit dieser Methode verhüten, eine bis zwei schwanger werden.
Die Methode ist jedoch nur dann zuverlässig, wenn der ein gleich bleibend hoher Prolaktin-Spiegel gewährleistet ist, und auch dann nur in den ersten sechs Monaten nach der Geburt und wenn nach der Geburt bei der Frau die Monatsblutung noch nicht wieder aufgetreten ist.
Um gleich bleibend hohe Prolaktin-Werte zu erzielen, muss das Baby am Tag alle vier und nachts mindestens alle sechs Stunden gestillt werden, und zwar für jeweils mindestens 20 Minuten.
Ist auch nur einer der Faktoren nicht mehr gegeben, ist die Frau in der Stillzeit nicht mehr vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt.
Die normalen östrogenhaltigen Pillen sind während der Stillzeit ungeeignet, da sie die Menge und Zusammensetzung der Milch beeinflussen können. Als Alternative bietet sich die Minipille an, die nur Gestagene enthält, die sich nicht auf die Muttermilch auswirken. Minipillen haben einen Pearl-Index von etwa 0,5 bis 3; neuere Produkte sogar von 0,14 bis 0,4.
Wer komplett ohne hormonelle Mittel verhüten will, kann natürlich immer noch auf Kondome zurückgreifen oder sich eine Spirale einsetzen lassen. Die Spirale wirkt völlig ohne Hormone. Sie wird in die Gebärmutter eingesetzt und verhindert dort, dass sich ein eventuell befruchtetes Ei einnistet. Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt bei 0,9 bis 3, die Gold-Kupfer-Spirale hat sogar einen PI von 0,5 bis 1.
Auf dem gleichen Prinzip beruht die Wirkung der Kupferkette. Sie wird in der Gebärmutter fixiert und verhindert die Empfängnis noch sicherer als die Spirale (PI: 0,1 bis 0.3)





