Beliebte Vornamen – das Phänomen ist so verbreitet, dass es sogar Menschen kennen, die gar keine Kinder haben: In jeder Kindergartengruppe und in jeder Schulklasse gibt es immer mehrere Mädchen und Jungen, die den gleichen Namen tragen. Das Ergebnis: Die Kinder werden zur Unterscheidung vom Lehrer ebenso unoriginell wie neutral durchnummeriert; von den Klassenkameraden bekommen sie mehr oder weniger passende Spitznamen, die ihnen dann womöglich noch bis ins Erwachsenenalter anhängen.
Die beliebtesten Namen des Jahres 2007 waren laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden die Namen Leon und Maximilian für Jungen, Marie und Sophie (oder auch Sofie) für Mädchen. Die Daten für das Jahr 2008 stehen noch nicht fest, ausgehend von den Trends der letzten Jahre sollte sich aber nicht allzu viel ändern.
Wimmelt es in den PEKiP-Gruppen vor Maximilians? Ist in ein paar Jahren in Kindergärten eine dramatische Marie-Schwemme zu erwarten? Man sollte es meinen. Aber: man würde wahrscheinlich falsch liegen.
Vornamens-Blogger Knud Bielefeld hat sich die Mühe gemacht, die beliebtesten Namen des vergangenen Jahres nach Häufigkeit auszuwerten. Das überraschende Ergebnis: Sogar die beliebtesten Voramen Hannah/Hanna für Mädchen und Leon für Jungen machen gerade mal ein Prozent aus. Das bedeutet: Nur ein Kind von hundert hat den beliebtesten Namen. Falls es also nicht gerade regionale Häufungen gibt, sollte den 2008 geborenen Hannas und Leons das grausame Schicksal der Durchnummerierung erspart bleiben.
Bielefeld erstellt seine Vornamenslisten auf der Grundlage von über 100.000 Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland, also mit mehr Daten als die Gesellschaft für deutsche Sprache. Die GfdS greift für ihre Vornamens-Hitliste auf rund 200 Standesämter aus dem ganzen Bundesgebiet zurück.
Garantiert einzigartig in jeder Kindergruppe, Schulklasse und vermutlich auch sonst überall: der Name Wmffre. Eine amerikanische Seite für Eltern führt den Namen als Variante von Humphrey. Ob man damit bei uns auf dem Standesamt auf viel Gegenliebe stoßen würde, ist mehr als zweifelhaft.
Nun haben die Amerikaner anerkanntermaßen eine andere Auffassung von Vornamen als wir Deutschen. In der vergangenen Woche waren auf der gleichen Internetseite als “Namen des Tages” unter anderem gelistet: Maude, Cluny und Patek. Während Maude wenigstens noch problemlos als Mädchenname zu erkennen ist, wird Cluny als “elegantere Variante” von Clooney beworben, was wiederum “von der Wiese” auf irisch bedeuten soll.
Fast noch exotischer: Der polnische Name Patek wird den Eltern als besonders luxuriös anmutender Name ans Herz gelegt – weil er an die Uhrenmarke Patek Philippe erinnert …





