Für ein Baby ist der Schnuller einer der besten Freunde: Er tröstet verlässlich in allen Notlagen. Auch etwas ältere Kinder wollen oft nur ungern auf den beruhigenden Schnuller verzichten.
Die Eltern machen sich allerdings oft Sorgen, das zu langes Schnullern ihren Kinder schaden könnte. Ärzte warnen vor möglichen Zahnfehlstellungen und Verformungen des Gaumens, wenn die Kinder zu lange am Schnuller nuckeln. Dabei handelt es sich nicht nur um kosmetische Probleme.
Zahnfehlstellungen im Milchgebiss können zu Fehlstellungen der bleibenden Zähne führen und so lebenslange Zahnprobleme verursachen. Unter Umständen kann so auch der Kiefer beeinträchtigt werden. Verformungen des Gaumens ziehen Probleme bei der Produktion bestimmter Laute nach sich, also Sprachstörungen.
Gelegentlich bekommen Kinder vom ständigen Hautkontakt mit dem feuchten Schnuller Pickelchen rund um den Mund.
Andere Kinder ziehen ihren Daumen jedem Schnuller vor – der Effekt ist der gleiche, auch das Nuckeln am Daumen beruhigt Babys und Kinder, und auch vor extrem lang andauerndem Daumenlutschen warnen Ärzte. Allerdings sind die Maßnahmen heute nicht mehr so drastisch wie im Struwwelpeter, wo dem daumenlutschenden Konrad beide Daumen abgeschnitten wurden!
Aus diesen Gründen versuchen Eltern, ihre Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren vom Schnuller zu entwöhnen, oder ihnen das Daumenlutschen abzugewöhnen.
Um dem Kind den Schnuller abzugewöhnen, gibt es so viele Methoden wie es Eltern gibt. In Internetforen kursieren die verschiedensten Möglichkeiten: Den Schnuller anstechen, so dass die Luft beim Nuckeln entweicht und es dem Kind keinen Spaß mehr macht, dem Kind Gruselgeschichten von schiefen Zähnen erzählen oder den Schnuller zeremoniell beerdigen.
Andere Tipps sind weniger skurril: So kann man das Kind entwöhnen, indem einfach keine neuen Schnuller gekauft und die alten nach und nach weggeworfen werden. Auch die Einschränkung der Schnullerzeit hat sich bewährt.
Sehr beliebt ist zur Zeit die Geschichte der Schnullerfee. In Anlehnung an die Zahnfee holt die Schnullerfee nachts den unter das Kopfkissen gelegten Schnuller und lässt im Gegenzug ein Geschenk für das Kind da.
Wenn das Kind bewusst auf seinen Schnuller verzichtet, entweder weil die Eltern es darum bitten oder weil es erwachsener sein will, dann hat es sich auf alle Fälle eine Belohnung verdient. Das muss nicht unbedingt ein Geschenk sein, auch ein Familienausflug ist eine angemessene Entschädigung.
Weniger einfach ist es, Kindern das Daumenlutschen abzugewöhnen. Bestrafungen oder das Bestreichen der Daumen können wirksam sein, sind aber pädagogisch grundverkehrt. Besser ist es, zu beobachten in welchen Situationen das Kind am Daumen lutscht. Je nachdem was das Kind in dieser Situation braucht müssen die Eltern Trost, Unterhaltung oder Ruhe bieten.
Viele Kinder gewöhnen sich irgendwann selbst das Daumenlutschen problemlos und spontan ab, wenn sie es für kindisch halten. Das ist oft schon beim Eintritt in den Kindergarten der Fall.


