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Aufs Töpfchen gehen

Im Durchschnitt sechs Windeln am Tag, das Ganze zweieinhalb Jahre lang – das macht am Ende 1.300 Euro und knapp zwei Tonnen Müll. Kein Wunder, dass Eltern das Sauberwerden ihres Kindes am liebsten beschleunigen würden.

 

Noch dazu ist es für viele Eltern eine Frage des Stolzes, wann ihr Kind sauber wird, gerade wenn das Nachbarskind überdurchschnittlich früh aufs Töpfchen ging. Daher verwenden sie viel Energie auf die Sauberkeitserziehung oder setzten ihr einjähriges Kind schon beharrlich aufs Töpfchen.

Dabei ist die Frage, wann das Baby aufs Töpfchen geht, einfach nicht pauschal zu beantworten. Trocken werden ist ein ganz individueller Vorgang, der nicht zu beschleunigen ist.

Prinzipiell gilt aber: ein Kind kann nicht auf Windeln verzichten du aufs Töpfchen gehen, solange es keine Kontrolle über Schließmuskel und Blase hat. Diese Kontrolle haben Kinder meist erst mit 26 Monaten. Zuerst können Kinder ihren Schließmuskel kontrollieren, mit der Blase dauert es oft etwas länger.

Schon früher, nämlich meist mit 24 Monaten, können sich Kinder als Verursacher ihrer eigenen Handlungen wahrnehmen, was ebenfalls eine der Voraussetzungen für das Toilettentraining ist.

Um dem Kind bei der "Entwöhnung" von der Windel zu helfen, müssen Eltern die Anzeichen beachten, dass das Kind bereit für diesen Entwicklungsschritt ist.

Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn:

  • das Kind sich zurückzieht, wenn es in die Windel macht
  • es darauf aufmerksam macht, wenn die Windel voll ist oder sogar noch vorher
  • es Interesse für den Toilettengang anderer Personen zeigt
  • es sich nur noch sehr ungern wickeln lässt

Ist es soweit, dann können die Eltern das Kind mitnehmen, wenn sie selbst auf die Toilette gehen. Kinder wollen das dann oft nachmachen. Dann sollte auch das Töpfchen für sie bereitstehen, oder ein Toilettenaufsatz. Das Kind sollte selbst entscheiden dürfen, was verwendet wird.

 

Wird ein Einsatz für die Toilette verwendet, sollte er so groß und bequem sein, dass das Kind keine Angst bekommt. Außerdem braucht das Kind noch einen kleinen Hocker, damit es auf die Toilette steigen kann.

Ebenfalls wichtig: Das Kind muss sich die Kleidung auch selbst ausziehen können. Aufwändig geknöpfte Overalls sind während dieser Zeit also nicht ideal.

Zuviel Druck beim Töpfchentraining bringt nichts. Kommt nichts, ist das kein Problem. Kommt tatsächlich was, ist die Freude bei Eltern und Kind groß. Immer öfter wird das Kind dann aufs Töpfchen gehen, und irgendwann braucht es dann endgültig keine Windel mehr. Wie lange das genau dauert, ist von Kind zu Kind verschieden.

Auch wenn es eine Zeitlang schon ganz gut klappt mit dem auf die Toilette gehen, kann es trotzdem immer wieder vorkommen, das mal etwas buchstäblich in die Hose geht. Das kommt öfter vor in fremder Umgebung, wenn das Kind müde ist, oder auch wenn es so ins Spiel vertieft ist, dass es gar nicht merkt, wenn es auf die Toilette muss. Auch nachts dauert es meist noch etwas länger.

Mit fünf bis sechs Jahren sollte das Kind trocken sein. Kommt es dann noch zu häufigerem Bettnässen, kann dies ein Hinweis auf seelische oder körperliche Probleme sein. Ein Arztbesuch kann hier Klärung bringen, wenn das Problem nicht nach einigen Wochen von selbst wieder verschwindet.

Studien haben übrigens gezeigt, dass zu frühes Topfchentraining und zu großer Druck den Vorgang nicht nur behindern, sondern im schlimmsten Fall sogar zu Entwicklungsstörungen führen können.

Es bringt auch nichts, das Kind zu bestimmten Zeiten auf den Topf zu setzen. Es erkennt so den Zusammenhang zwischen Müssen und auf das Töpfchen gehen nicht.

 
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