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Was ist ein Schreibaby?

Prinzipiell ist das Weinen oder Schreien so ziemlich die einzige Möglichkeit des Babys, sich zu äußern. Manche Babys schreien mehr und öfter, andere sind von Haus aus eher schweigsam. Im Durchschnitt schreien Neugeborene knapp zwei von 24 Stunden.

 

Wenn das Baby schreit, hat es ein Bedürfnis – sei es dass die Windeln gewechselt werden müssen, es Hunger hat, müde ist, Unterhaltung braucht oder einfach gestreichelt werden muss. Was genau es braucht, lernen die Eltern meist schnell.

Daneben gibt es auch typische Phasen, in denen Babys mehr schreien als sonst. Beispielsweise schreien sie abends mehr als tagsüber, und auch um die sechste Lebenswoche schreien Babys mehr.

In den ersten drei Lebensmonaten ist das sogar weit verbreitet, es sollen sogar bis zu 30% der Babys Schreibabys sein. Je älter die Babys sind, desto seltener werden Schreibabys. Bis zum neunten Monat sollte das exzessive Schreien ganz verschwunden sein.

Manche Kinder sind aber komplett untröstlich, und scheinen auch zu schreien, wenn es ihnen körperlich gut geht. So ein Kind nennt man oft auch Schreibaby. Schreibabys weinen dauerhaft, ohne dass die Eltern sie zur Ruhe bringen können. Als Faustregel zur "Bestimmung" eines Schreibabys gilt: Wenn ein Baby über mindestens drei Wochen an mehr als drei Tagen in der Woche mehr als drei Stunden pro Tag schreit, ist es ein Schreibaby.

Die Ursachen für das Schreien sind nicht ganz klar. Weil viele Babys um den dritten Lebensmonat herum eine Schreiphase durchmachen, nannte man das Phänomen früher Dreimonatskoliken, in der Annahme, die Babys würden wegen Koliken so schreien. Diese Annahme konnte aber nie bewiesen werden. Allerdings kann das viele Schreien selbst zu Bauchschmerzen führen, weil die Kinder dabei viel Luft schlucken.

 

Inzwischen wird davon ausgegangen, dass diese Babys einfach von den unzähligen neuen Eindrücken, die sie in ihrer Umwelt ausgesetzt sind, überwältigt werden. Das noch nicht ausgereifte Nervensystem des Babys kann die vielen Sinneswahrnehmungen noch nicht einordnen und verarbeiten.

Das Schreien ist also die Art des Babys, seinen Stress zu äußern. Zu dieser Theorie passt, dass viele Schreibabys bei den Tröstungsversuchen der Eltern nur noch mehr weinen: Sie bedeuten einfach noch mehr Stress. Zusätzlich strengt die spürbare Anspannung der Eltern das Kind an und das Baby weint noch mehr.

Wichtig ist vor allem, dass die Eltern sich klarmachen, dass sie nicht Schuld am Schreien ihres Kindes haben. Nur dann können sie sich halbwegs entspannt um ihr Kind kümmern, ohne es noch zusätzlich zu stressen. Gegebenenfalls können sie beim Arzt oder in einer Selbsthilfegruppe Unterstützung finden.

Vielen Kindern hilft es schon, wenn ihr Tag sehr geregelt ist und nach einem festen Plan abläuft. Schreibabys wollen auch nicht ständig mit zusätzlichen neuen Erlebnissen überfordert werden, also sollte man besser keine großen Unternehmungen planen.

Studien haben auch gezeigt, dass Kinder weniger schreien, wenn sie oft und regelmäßig eng am Körper getragen werden.

 
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