Mit vier Monaten erkennen Babys alle Farben. Das hört sich nicht spektakulär an, ist aber eine reife Leistung. Die Seh-Entwicklung beim Baby setzt nämlich erst mit der Geburt ein. Jetzt holt es aber alles auf, was vor der Geburt noch warten musste.
Gleich nach der Geburt können Babys ihren Blick noch nicht so richtig auf einen Gegenstand oder ein Gesicht fokussieren. Das gibt ihrem Blick auch das typisch "Engelhafte". Das ändert sich aber mit etwa vier Wochen. Das Baby bemerkt Bewegungen und Licht und verfolgt mit dem Blick Personen, vor allem natürlich die Eltern. Ab etwa sechs Wochen kann das Baby dann sogar räumlich sehen.
Am liebsten sehen sich Babys die Gesichter der Eltern an. Praktischerweise sind die auch meist in der Entfernung, in der das Baby am besten sieht, nämlich etwa 25 Zentimeter von den Augen des Kindes entfernt – das ist der typische Abstand vom Gesicht des Säuglings zum Gesicht der Mutter beim Stillen.
Mit vier Monaten können Babys Farben unterscheiden, und die meisten von ihnen mögen dann am liebsten Rot. Manche Wissenschaftler vermuten, dass es sie an das dämmrige Licht im Mutterleib erinnert und ihnen deshalb am vertrautesten ist.
Bis zu diesem Alter sollten auch eventuelle Sehfehler festgestellt werden, die sich dann meist noch vergleichsweise leicht behandeln lassen.
Das Gehirn des Kindes braucht eine gewisse Zeit, bis es nahtlos mit den Augen zusammenarbeitet. So ist es am Anfang nicht ganz einfach für das Baby, einen Gegenstand oder ein Gesicht mit beiden Augen gleichzeitig zu fixieren. Es sieht sein Gegenüber mit einem Auge an, das andere kann es aber noch nicht so gut kontrollieren, dass es in die gleiche Richtung blickt. Bis zum Alter von sechs Monaten ist beim Baby Schielen deswegen völlig normal. Erst wenn es dann nicht besser wird, sollte man zum Augenarzt gehen.
Schielen ist übrigens kein einfacher Schönheitsfehler, es kann die Sehkraft entscheidend beeinträchtigen. Rechtzeitig behandelt, kann das Schielen aber in über 90% der Fälle geheilt oder wenigstens deutlich verringert werden. Auch ältere Kinder schielen noch ab und zu, aber das ist dann oft ein Anzeichen für Müdigkeit.
Die Sehfähigkeit des Babys kann durch richtige Ernährung unterstützt werden. Wichtig ist vor allem Vitamin A, das ein Bestandteil des Sehfarbstoffs ist und auch den Aufbau des Auges unterstützt. Nach dem Abstillen sind deswegen Vitamin-A-haltige Nahrungsmittel wie Karotten, Kürbis und Aprikosen wahre "Augennahrung".


