Für die Eltern aufregend, und eigentlich auch ein kleines Wunder: wenn ein Kind seine ersten Schritte macht. Meist geht diesem Entwicklungssprung Krabbeln, Robben und Kriechen voraus, manche Kinder überspringen das aber einfach.
Um die Entwicklung ein bisschen anzukurbeln, oder einfach um ihrem Kind zu helfen, greifen viele Eltern auf Tricks und Geräte zurück, die das Baby aber tatsächlich in der Entwicklung behindern. Das fängt schon bei Neugeborenen an, die in der Babywippe abgelegt werden. Während die Eltern meinen, das Baby ist in der Wippe gut aufgehoben, schädigen sie die Halswirbelsäule des Babys mit erzwungenen Haltung.
Ähnlich ist es mit so genannten Lauflernhilfen wie etwa einem Gehfrei (Babywalker). Dabei handelt es sich um eine Art Sitz mit Rädern, in denen sich ein Säugling durch sein Strampeln fortbewegen kann. Jahrelang waren Eltern der Ansicht, damit die Weiterentwicklung ihres Babys zu fördern. Jedoch ist das Gegenteil der Fall: Die unnatürliche Körperhaltung und die eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit bremsen die natürliche Entwicklung eher.
Inzwischen werden solche Baby-Lauflernhilfen kritisch als "Verwahrhilfe für kleine Kinder" bezeichnet, auf deren Konto jährlich 6000 Unfälle von Kindern kommen. Laut Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung passieren fast 70% derUnfälle, obwohl Erwachsene die Kinder beaufsichtigten.
Eine Lauflernhilfe ist deswegen so gefährlich, weil die Kinder damit schon bei den kleinsten Unebenheiten umkippen oder auch mitsamt dem Gerät Treppen hinunterstürzen. Dabei können sie sich schwere Kopfverletzungen zuziehen. Im Alter ab sieben Monaten bis vier Jahren gehören die Stürze mit solchen Geräten zu den häufigsten Unfallarten.
Besser ist es in jedem Fall, das Kind die Entwicklung in seinem Tempo durchmachen zu lassen, und ihm viel Gelegenheit zu geben, alle Bewegungsabläufe – vom Liegen zum Sitzen zum Aufstehen zum Laufen – selbst zu durchlaufen.


