In einer Kinderkrippe werden Kleinkinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr betreut. Krippen sind das öffentlich geförderte Angebot zur Kindertagespflege, entspricht also der Arbeit von Tagesmüttern, allerdings mit größeren Kindergruppen. Zu der altersgerechten Betreuung gehören neben dem Spielen auch Essen und Schlafen.
Die Gruppengröße in Kinderkrippen ist oft auch ein Gegenargument: Viele Eltern befürchten, dass auf das einzelne Kind nicht so individuell eingegangen werden kann. Für sehr zurückhaltende oder ruhige Kinder kann es tatsächlich unangenehm sein, mit so vielen anderen Kindern konfrontiert zu werden. Hier kommt es nach Meinung vieler Erzieher aber vor allem darauf an, dass das Kind sich langsam und schrittweise an die Krippe gewöhnen.
Dauerhaft zu schaden scheint die Gruppengröße in den Krippen allerdings nicht. Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, das Kinder, die eine Krippe besuchen, später überdurchschnittlich häufig ein Gymnasium besuchen. Dies treffe vor allem für Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu, deren Bildungschancen so deutlich erhöht würden.
Die Studie untersuchte Krippenkinder und Bildung, Einkommen und Herkunft der Eltern. Andere Studien haben immer wieder gezeigt, dass vor allem der Bildungsabschluss der Eltern Einfluss auf den Schultyp haben, den die Kinder besuchen. Allerdings erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasiumsbesuchs bei Kindern, die eine Krippe besuchten, von 36 auf 50 Prozent. Am deutlichsten war laut der Studie die Verbesserung bei Kindern von Eltern mit Migrationshintergrund oder von Eltern, die nur einen Hauptschulabschluss hatten: Bei ihnen stieg die Wahrscheinlichkeit ein Gymnasium zu besuchen um 65%.
Allerdings gibt es auch Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass langer Aufenthalt in einer Krippe die Wahrscheinlichkeit auf Verhaltensauffälligkeiten steigere. Kritiker bemängeln außerdem, dass die frühkindliche Erziehung das Kind überfordere. Befürworter der Krippen zitieren Studien aus verschiedenen Ländern, denen zufolge sich Kinder in Krippen genauso gut entwickeln wie zu Hause betreute Kinder. Im Endeffekt lassen sich wahrscheinlich kaum pauschale Aussagen treffen. Nicht für jedes Kind wird die Krippe die geeignete Betreuungsmöglichkeit sein, und nicht jede Krippe bietet die gleiche Betreuungsqualität.
Kinderkrippen sind meist öffentlich geförderte Angebote zur Kindertagespflege. Daher teilen sich Land, Kommunen und Eltern üblicherweise die Kosten für die Unterbringung. Der von den Eltern zu zahlende Betrag ist in der Regel von ihrem Einkommen abhängig. Ist das Einkommen der Eltern nur sehr gering, oder verfügen sie über gar kein Einkommen, können die Kosten auch komplett vom zuständigen Jugendamt übernommen werden.
Ein Krippenplatz muss meist rechtzeitig beantragt werden, deshalb melden viele Eltern ihre Kinder schon an, sobald sie von der Schwangerschaft erfahren.


