Beim demokratischen Erziehungsstil (oft auch sozial-integrativer Erziehungsstil genannt) werden die Selbstständigkeit und Spontaneität des Kindes angeregt. Lob und Anerkennung werden häufig geäußert, bei Problemen wird Hilfe angeboten.
Das Kind wird nicht als zu formendes Geschöpf angesehen, sondern als ernstzunehmender Partner in einem Prozess. Je älter die Kinder werden, desto eigenverantwortlicher und selbstständiger dürfen und sollen sie handeln.
Das Konzept des unbedingten Gehorsams gibt es nicht, ebenso wenig wie Disziplin im Sinne von durch Strafen erwirktes "Wohlverhalten".
Je nach Fall und Lage wird das Kind an den Entscheidungen beteiligt. Seine Wünsche und Bedürfnisse werden respektiert und beachtet, vor allem wenn es um Fragen des Zusammenlebens betrifft. Es erscheint zweifellos sinnvoll, Kinder an allen Entscheidungen, die sie selbst unmittelbar betreffen, zu beteiligen.
Dieser Erziehungsstil führt zu einer entspannteren Erziehungssituation als beispielsweise der autoritäre Erziehungsstil. Durch das weitaus geringere Machtgefälle und die Anerkennung der Persönlichkeit des Kindes durch den Erziehenden ist typischerweise auch der Widerstand gegen die Erziehungsmaßnahmen geringer. Der demokratische Erziehungsstil schafft also gerade auch in der Schule ein besseres Lernklima.
Aber auch bei diesem Erziehungsstil werden Grenzen gesetzt, allerdings wird dem Kind auch erklärt, warum es sich daran halten muss. Strafen werden gelegentlich verwendet, aber von harten oder gar körperlichen Strafen wird abgesehen. In der Regel verzeihen die Eltern dem Kind auch, wenn es gegen eine Regel verstoßen hat, so dass Strafen sowieso die Ausnahme sind.
Gefördert wird der demokratische Erziehungsstil durch ein Vorleben der vermittelten Werte und Regeln durch die Eltern. Es gibt im Idealfall keine Diskrepanz zwischen Erziehungsziel und dem täglichen Verhalten der Eltern.
Diese Art der Erziehung führt am ehesten zum modernen Erziehungsziel einer eigenverantwortlichen und mündigen Person und wird deshalb aktuell auch von den meisten Erziehungsexperten befürwortet.
Noch einen Schritt weiter als der demokratische Erziehungsstil geht der egalitäre Erziehungsstil. Dabei werden bei Entscheidungen Meinungen und Wünsche des Kindes nicht nur mit berücksichtigt, sie haben das gleiche Gewicht wie die Meinungen und Wünsche der Eltern.


