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Manieren und Umgangsformen bei Kindern

Der "Einstieg" in die guten Manieren beginnt in der Regel ganz unauffällig – nämlich mit den Tischmanieren, die sich ein Kleinkind von der Familie selbst abschaut und die es aktiv vermittelt bekommt.

 

Wen ein Kind von zuhause die grundlegendsten Tischmanieren mitbekommt, muss es später keine teuren Knigge-Kurse belegen, um die grundlegendsten Verhaltensregeln zu lernen. Es weiß, dass man nicht mit offenem Mund kaut, dass man mit vollem Mund nicht spricht, und dass man das Messer nicht ableckt. Kleinkinder sind gerne bereit, ihr Verhalten zu ändern, wenn sie merken dass ihre Eltern nicht davon begeistert sind. Man kann ihnen also durchaus sagen, dass man es nicht schön findet, wenn sie laut schmatzen – die meisten Kinder werden sich daran halten, auch wenn sie es gelegentlich einfach vergessen, bevor die Umgangsformen ihnen sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Etwas größeren Kindern kann man auch gut erklären, dass es einfach höflicher und netter ist, sich gut zu benehmen. Ab etwa drei Jahren können sich Kinder schon ein bisschen in andere hineinversetzen und verstehen, dass sich andere vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn bestimmte Regeln nicht eingehalten werden. Spiele brauchen Regeln – und im echten Leben ist das nicht anders.

"Bitte" und "Danke" sollten eine Selbstverständlichkeit sein, nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern in ihrem täglichen Umgang miteinander, ebenso wie anderen zu helfen, also beispielsweise beim Tragen von Einkaufstaschen zu helfen usw. Ein gutes Argument ist auch, dass sich andere Menschen freuen, wenn sie höflich behandelt werden, und dann ihrerseits dem Kind netter und offener entgegenkommen. Auch wenn Kinder die Worte Respekt und Höflichkeit noch nicht verstehen, sie wissen sehr wohl was es bedeutet respektiert zu werden. Deswegen sollten Eltern auch ihren Kindern gegenüber höflich sein – Respekt funktioniert am besten, wenn er in beide Richtungen geht.

 

Wie alle Regeln sollten auch Anstandsregeln und Umgangsformen erklärt werden. Viele Kinder sehen nicht ein, Phrasen wie "Mit vollem Munde spricht man nicht!" zu befolgen. Wenn man ihnen aber erklärt, dass es für Andere nicht wirklich schön ist, das halbgekaute Essen zu sehen, haben sie einen echten Grund die Regel zu befolgen. Wenn sie wissen, dass es bei Manieren hauptsächlich um Rücksichtnahme geht, sind sie meist auch bereit, sich gut zu benehmen.

Ausschlaggebend ist es, vom Kind nicht mehr zu erwarten als es aufgrund seiner motorischen oder geistigen Entwicklung leisten kann – ein dreijähriges Kind kann noch nicht formvollendet Spaghetti essen, und es wird wahrscheinlich fremde Erwachsene immer noch mit Du anreden. Das sind keine schlechten Umgangsformen, das ist Kindheit.

Wirklich schwierig wird es erst, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Bis dahin sollten sie sich aber die guten Manieren schon angewöhnt haben, so dass sie zumindest wissen, welche Regeln sie absichtlich ignorieren. Nach der Pubertät finden die meisten Jugendlichen ganz von selbst wieder zu ihren Umgangsformen zurück.

 
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