Kinder bringen nicht nur viel Aufregung und Freude ins Leben – sie bringen auch finanzielle Belastungen und viele rechtliche Verpflichtungen für die Eltern mit: Sie müssen versichert werden und eventuell muss das Sorgerecht beantragt werden. Auf einen Kindergartenplatz haben Kinder ab drei Jahren immerhin einen Rechtsanspruch.
Kinder kosten Geld – das wissen alle, auch Kinderlose. Eltern wissen es schon etwas genauer, dass Kinder ein teures Vergnügen sind, aber was Kinder wirklich kosten rechnet kaum jemand aus. Das Statistische Bundesamt hat aber genau das einmal getan und ist schon 2003 zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder bis zu ihrer Selbständigkeit die Eltern monatlich 550 Euro kosten.
Das Bundesamt hat dafür allerdings nur die Konsumausgaben berücksichtigt, also die Kosten für Nahrung, Wohnen, Kleidung, und Verkehr. Das bedeutet, dass die Ausgaben für Versicherungen, Vorsorge und Ausbildung nicht mit inbegriffen sind.
Die Ausgaben hängen auch immer vom Einkommen einer Familie ab, in wohlhabenden Familien kann der Betrag schon mehr auf 1000 Euro zugehen. Das bedeutet an die 300.000 Euro, bis die Kinder aus dem Haus sind, bei einem Studium noch mehr. Auf die Frage "Was kosten Kinder?" lautet die Antwort also: viel.
Neben den Konsumkosten sind die wichtigsten Ausgaben für Kinder die Ausgaben für Versicherungen, beispielsweise für eine private Unfallversicherung für die Kinder, und gegebenenfalls für Betreuung. Während man aber bei den Versicherungen meist noch Angebote vergleichen kann, ist man bei der Betreuung auf die Angebote vor Ort angewiesen – und deren Kosten schwanken teils beträchtlich.
Das Sorgerecht ist aktuell ein wichtiges Thema: Bei Fällen von vermutetem Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung wird immer schnell die Forderung laut, das Jugendamt solle die Kinder "doch einfach da rausholen". Dieser Eingriff in das Sorgerecht der Eltern ist jedoch auch für das Jugendamt nicht so einfach möglich.


