Kinder kennen keine Gefahr. Das soll nicht heißen, dass sie mutig sind, das heißt, dass sie keine Gefahren erkennen. Erst mit etwa vier Jahren wird ihnen bewusst, dass es Gefahren gibt, dass sie also hinfallen oder sich stoßen können.
Trotzdem dauert es dann noch mehrere Jahre, bis Kinder vorausschauend Gefahren erkennen können und wissen, wie sie ihr eigenes Verhalten ändern müssen, um einen Unfall zu vermeiden. Mindestens bis dahin müssen Kinder von ihren Eltern, anderen Erwachsenen oder auch älteren Geschwistern vor Unfällen geschützt werden.
Sicherheit für Kinder lässt sich anfangs hauptsächlich mit mechanischen Hilfsmitteln bewerkstelligen (Kindersitze, Kindersicherung im Auto, Gitter zum Absperren von Treppen, Kindersicherungen für Steckdosen usw.) Je älter das Kind wird, desto mehr entwickelt es ein eigenes Sicherheitsbewusstsein.
Erziehung zum Sicherheitsbewusstsein darf aber nicht bedeuten, dass das Kind sozusagen unter Glas aufwächst. Es muss seine Fähigkeiten kennen lernen, aber auch seine Grenzen. Das kann nur funktionieren, wenn die Eltern ihm eine sichere Umgebung schaffen, in dem das Kind bei möglichst geringem Risiko seinen Erkundungsdrang befriedigen kann – ohne gleich einen Unfall heraufzubeschwören.
Viele der größten Gefahrenquellen lassen sich recht leicht entschärfen, wenn man die Gefahr erst mal erkannt hat. Gerade in der Wohnung und im Straßenverkehr hilft es oft schon viel, wenn man sich einmal buchstäblich auf Augenhöhe mit dem Kind begibt. So sieht man nämlich schnell, wo Gefahren drohen und wo ein Kind einen Unfall haben kann.


