Es gibt keinen wirklich definierten Zeitpunkt, wann eine Frau abstillen sollte oder muss. Wird es allein dem Säugling überlassen, den Zeitpunkt zu bestimmen, liegt der meist erst nach dem zweiten oder gar dritten Geburtstag.
Das ist allerdings für viele Frauen unpraktisch, und da auch viele Menschen es als eigenartig betrachten, wenn eine Frau ihr drei oder mehr Jahre altes Kind noch stillt, ist der Druck zum Abstillen entsprechend groß.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, das Baby sechs Monate lang voll zu stillen, dann Beikost einzuführen frühestens nach dem zweiten Geburtstag abzustillen.
Wann das Baby für Beikost bereit ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Meistens sind Kinder im Alter von sechs bis neun Monaten soweit. Anzeichen dafür sind gesteigertes Interesse an dem, was die anderen Familienmitglieder essen, und ein gesteigertes Stillbedürfnis. Wenn das Kind zudem eigenständig stabil sitzen kann und der Zungestoßreflex verschwunden ist, der feste Nahrung aus dem Mund befördert, kann mit dem Zufüttern begonnen werden.
Die Beikost, anfangs ist das oft Karotten- oder Kartoffelbrei oder eine zerdrückte Banane, wird ganz langsam und schleichend eingeführt, bis schließlich eine Stillmahlzeit am Tag nur noch aus der Beikost besteht. Akzeptiert das Kind das, kann auch langsam abgestillt werden. Dabei wird dann über Wochen oder gar Monate hinweg eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Beikost ersetzt.
Das Abstillen darf nicht abrupt geschehen, sondern sehr langsam und über einen längeren Zeitraum. Immerhin muss das Kind sich dabei nicht nur an die neue, fremde Nahrung gewöhnen, es geht ihm auch ein wichtige Quelle der Nähe und der Wärme verloren. Wenn das Abstillen langsam geschieht, kann sich außerdem auch der Körper der Mutter anpassen und die Milchproduktion entsprechend drosseln.


