Die Geburt ist der Höhepunkt der Schwangerschaft, die Krönung von neun Monaten harter körperlicher Arbeit für die Mutter – und auch für das Kind. Zu diesem Zeitpunkt beginnt für beide ein ganz neuer Lebensabschnitt.
Warum genau die Geburt zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfindet, darüber sind die Wissenschaftler sich noch uneins.
Eine Meinung lautet, dass die Größe des Kindes Spannungen in der Gebärmutter verursachen und deshalb Wehen einsetzen, eine andere Theorie besagt, dass die Plazenta bestimmte Hormone produziert um die Geburt einzuleiten.
Eine dritte Theorie lautet, dass das Kind selbst den Zeitpunkt bestimmt, und zwar durch den Anteil eines am Lungenaufbau beteiligten Proteins im Blut.
Egal was nun wirklich den tatsächlichen Geburtstermin bestimmt – es hält sich nur selten an den vom Arzt errechneten Termin. Nur etwa 5% aller Kinder kommen nämlich am errechneten Termin auf die Welt, die meisten werden innerhalb von zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Termin geboren.
Die Mehrheit der Schwangeren – und mit ihnen die werdenden Väter – haben sich in Kursen zur Geburtsvorbereitung schon auf die Entbindung eingestellt. Sie haben verschiedene Geburtsorte und –arten kennen gelernt und sich für eine davon entschieden. Sie kennen Atemtechniken, mit denen sie die Wehenschmerzen "wegatmen" können sollen, und sie haben sich mit dem Ablauf einer Geburt vertraut gemacht.
Wichtige Themen im Vorfeld der Geburt sind auch die Wahl des Vornamens und die Frage, ob der Vater mit in den Kreißsaal soll oder will. All das sollte weitestgehend geklärt sein, bevor die ersten Wehen einsetzen.
Erst Anzeichen für die nahende Geburt sind der sich lösende Schleimpfropf des Muttermundes, der sich manchmal durch einen leicht blutigen Ausfluss bemerkbar macht. Dies geschieht meist schon einige Tage vor Beginn des eigentlichen Geburtsvorgangs.
Ein weiteres Anzeichen ist das Platzen der Fruchtblase. Allerdings findet dies meist nicht so dramatisch wie in Film und Fernsehen statt. Meist geht das Fruchtwasser nicht in einem großen Schwall ab, sondern es tröpfelt langsam aus einem Riss in der Fruchtblase.
Die ersten "richtigen" Wehen sind die Eröffnungswehen, die etwa eine halbe bis eine Minute dauern und bis zu zwei Stunden lang alle fünf bis zehn Minuten auftreten. Spätestens dann wird es Zeit, in das Krankenhaus oder das Geburtshaus zu fahren.
Wenn die Wehen minütlich kommen, geht die Geburt ihrem Höhepunkt entgegen. Bald ist das Kind, hoffentlich ohne Probleme und Komplikationen, auf der Welt.
Nun beginnt für die Eltern eine aufregende – und auch aufreibende! – Zeit. Dabei steht das Wohlergehen von Kind und Mutter ganz im Vordergrund, aber es sind auch einige Behördengänge zu erledigen, darunter die Anzeige der Geburt beim zuständigen Standesamt, die Meldung beim Einwohnermeldeamt oder auch das Beantragen des Kindergeldes.
Zur Geburt des Kindes mit tollen Geburtskarten gratulieren.


