Eine der beliebtesten alternativen Gebärpositionen ist die Wassergeburt. Dabei liegt die Gebärende in einem Becken mit warmem Wasser. Für die Gebärende soll die Geburt einfacher, entspannter und weniger kräftezehrend als eine normale Geburt vor sich gehen.
Angeblich waren Wassergeburten schon in vielen alten Kulturen und bei vielen Naturvölkern bekannt, so sollen etwa die Ureinwohner von Samoa und Neuseeland auf diese Weise entbunden haben.
Heute sitzt die Gebärende bei der Wassergeburt normalerweise in einem großen Wasserbecken oder einer, idealerweise etwas größeren, Eckbadewanne. Es gibt sogar aufblasbare und transportable Geburtsbecken, die flexibel eingesetzt werden können, unter Umständen sogar bei einer Hausgeburt. In manchen Städten gibt es für Haus-Wassergeburten sogar einen Geburtsbeckenverleih.
Die meisten Geburtshäuser verfügen ebenfalls über Geburtsbecken, eben weil die Nachfrage so groß ist.
Die in Krankenhäusern für Wassergeburten verwendeten Becken haben meist einen Durchmesser von rund eineinhalb Meter und stehen frei, so dass sie von allen Seiten zugänglich sind. Eingebaute Griffe und Fußstützen sorgen für die Sicherheit der Schwangeren. Das Wasser wird mindestens 50 Zentimeter tief eingelassen, üblicherweise aber bis zur Brust. Es muss tief genug sein, damit die Gebärende während der Wehen komplett vom Wasser getragen werden kann. Ist der Wasserstand zu niedrig, fängt das Neugeborene vielleicht noch während der Geburt zu atmen an und atmet dann das verschmutzte Wasser ein.
Während der Wassergeburt ist die Überwachung von Mutter und Kind genau wie bei einer anderen Geburtsart nötig und in Krankenhäusern auch möglich. Es gibt spezielle Geräte, die auch im Wasser die Herztöne des Kindes überwachen können.
Die Wärme des Wassers entspannt die Muskeln, macht das Gewebe weicher und weitet die Blutgefäße. Besonders zu Beginn der Geburt, während der Eröffnungsphase, kann das von großem Vorteil sein. Die Wassergeburt kann für die Gebärende angenehmer sein als eine andere Gebärposition, das trifft aber nicht für alle Frauen zu. Die Entscheidung für oder gegen die Geburt im Wasserbecken ist eine höchst individuelle Angelegenheit, die allein die Frau für sich entscheiden kann. Oft bleiben Frauen auch nur während der ersten Phasen der Geburt im entspannenden Becken, gebären aber auf dem Trockenen.
Die oft zitierten Vorteile für das Kind sind einigermaßen umstritten. Es erscheint logisch, dass die Geburt für das Kind weniger erschreckend ist, wenn es aus dem warmen dunklen Mutterleib nicht sofort an die im Vergleich kalte Luft kommt. Ob das Kind daraus einen anhaltenden, womöglich lebenslangen Nutzen ziehen kann, ist umstritten und auch schwer wissenschaftlich zu klären. Sehr wahrscheinlich profitiert das Kind aber von einer entspannteren und weniger erschöpften Mutter.
Eine Gefahr besteht durch das Geborenwerden in das Wasser für das Kind nicht, oder zumindest nicht die Gefahr des Ertrinkens oder Erstickens. Es holt reflexartig erst dann Luft, wenn sein Gesicht aus dem Wasser auftaucht.
Nicht geeignet ist die Wassergeburt bei Risikoschwangerschaften und wenn Komplikationen bei der Geburt zu erwarten sind. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Kind nicht optimal liegt oder bei Frühgeburten.


