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So wird der Kaiserschnitt durchgeführt

Ein Kaiserschnitt wird durchgeführt, wenn das Kind nicht auf natürliche Weise auf die Welt kommen kann oder soll. Früher wurde diese Operation ausschließlich aus medizinischen Gründen durchgeführt, heute allerdings wünschen sich viele Schwangere auch ohne dringenden medizinischen Grund einen Kaiserschnitt.

 

Egal aus welchem Grund sie vorgenommen wird, die Operation läuft prinzipiell immer gleich ab. Der Kaiserschnitt wird unter Vollnarkose wie auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Ist die Schwangere gesundheitlich vorbelastet, etwa durch bestimmte Herzerkrankungen, wird von einer Vollnarkose meist abgesehen. Der Kaiserschnitt findet dann mit einer PDA, einer Periduralanästhesie, statt.

Der operierende Arzt macht einen Einschnitt am Unterbauch der Schwangeren, an der Schamhaargrenze. Er durchschneidet Haut, Fettgewebe und Muskeln und öffnet die Gebärmutter chirurgisch. Dann wird das Kind aus der Gebärmutter entnommen, abgenabelt und der Hebamme übergeben. Der Chirurg entnimmt die Plazenta und verschließt die Gebärmutter und die Bauchdecke wieder.

Neben dieser herkömmlichen Methode gibt es auch den so genannten "sanften" Misgav-Ladach-Kaiserschnitt. Mit dieser Methode sollen die Wunden schneller und komplikationsloser abheilen als die Wunden nach der normalen Methode. Der Name der Methode kommt vom Misgav-Ladach-Krankenhaus in Jerusalem, wo sie entwickelt wurde.

Ein wirklich sanfter Kaiserschnitt ist es jedoch nicht. Nach dem Aufschneiden der Haut werden die Bauchdecke und die Gebärmutter nicht aufgeschnitten, sondern mit den Händen aufgerissen und –gedehnt, bis das Kind entnommen werden kann. Nach einem solchen Kaiserschnitt werden die Wunden auch weniger aufwändig genäht. Die Befürworter betonen vor allem, dass die Patientinnen nach einem sanften Kaiserschnitt früher aus der Klinik entlassen werden können.

 

Bei einem Kaiserschnitt gibt es wie bei anderen Operationen auch bestimmte Risiken. Dazu gehören Wundheilungsstörungen, Ansteckung mit Krankheiten durch Blutkonserven, Infektionen, Verwachsungen, Probleme bei der Narbenheilung und Thrombosenbildung. Spezielle mögliche Komplikationen sind Schäden an den nahe liegenden Organen wie der Harnblase und des Darms, aber auch an Nerven und Blutgefäßen.

Bei der Mutter ist das Komplikationsrisiko bei folgenden Schwangerschaften größer; das Kind kann während der Operation verletzt werden und Anpassungsprobleme haben.

Nach einem Kaiserschnitt kann die Mutter das Kind genauso gut stillen wie nach einer natürlichen Geburt, allerdings dauert es etwas länger, bis de Milch einschießt. Entgegen der weit verbreiteten Meinung stört der Kaiserschnitt den Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung nicht, die Bindung kann genauso gut nach einem Kaiserschnitt aufgebaut werden. Die Fähigkeit oder der Willen zu einer natürlichen Geburt ist kein Maßstab für Mutterliebe oder Elternkompetenz.

 
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