Wie jeder andere operative Eingriff hinterlässt auch der Kaiserschnitt eine Narbe. Immerhin ist bei den aktuellen Operationsmethoden die Narbe mit einer Länge von 10 bis 15 Zentimetern vergleichsweise unauffällig. Ältere Kaiserschnittnarben sind viel größer und sichtbarer. Trotzdem braucht die Narbe ein bisschen Extra-Pflege, damit sie besser verheilt und möglichst unsichtbar wird.
Ein bisschen Geduld braucht es aber schon für die Narbenpflege: Eine Kaiserschnittnarbe verschwindet nicht von heute auf morgen – und ganz unsichtbar wird sie nie. Auf jeden Fall sollte man warten, bis die Fäden gezogen sind und die erste Wundheilung abgeschlossen ist. Das dauert etwa eine Woche. Damit keine Krankheitserreger in die frische Wunde kommen, ist auch Duschen oder Baden tabu, bevor die Wunde abgeheilt ist.
Dann kann mit leichter Massage eine geeignete Creme aufgetragen werden. Die meisten Hebammen raten zu kontrolliert hergestellten Natur-Cremes, die frei von Weichmachern, Duft- und Farbstoffen und Konservierungsstoffen sind. Diese Stoffe werden nämlich vom Körper der Frau aufgenommen und geraten auf diesem Weg auch in die Muttermilch.
Zur Massage der Wunde werden die Finger beiderseits der Narbe angesetzt und die Haut vorsichtig massiert. So werden die Durchblutung und die Bildung von neuem Gewebe angeregt. Die Wunde darf aber nicht gereizt werden, nicht durch Reibung und auch nicht durch übertriebene Bewegung. Auch vor großer Kälte muss die Narbe geschützt werden, und vor allem UV-Strahlung ist schädlich. Sonnenbäder, egal ob in der Sonne oder im Solarium, sind schlecht für die Narbe.
In Apotheken gibt es spezielle Cremes, die die Bildung von hässlichen Narben verhindern sollen. Sie verhindern Verfärbungen und Verhärtungen von Narben und machen die Haut geschmeidiger. Meist wirken sie auch gegen den Schmerz, den harte, spannende Narben verursachen.
Je nach persönlicher Vorliebe können zur Narbenpflege Cremes, Salben, Öle oder Gele verwendet werden – jede Hebamme hat ihr Lieblingsmittel, dass sie ihren Schwangeren empfiehlt. Manche schwören auch darauf die Wunde einfach in Ruhe zu lassen und gar nichts für die Narbenbildung zu tun.
Wundheilung und Narbenbildung sind von Person zu Person sehr unterschiedlich, manche heilen einfach besser und mit weniger starker Narbenbildung als andere. Bei Frauen, die generell an einer schlechten Durchblutung leiden, geht die Wundheilung nur schleppend vor sich, und die Narben sind oft auffälliger. Das Gleiche gilt für Raucher und Diabetiker, aber auch für Menschen mit dunklerer Hautfarbe.
Bei guten Voraussetzungen und mit guter Pflege sind Kaiserschnittnarben nach etwa zwei Jahren vollkommen unauffällig und machen keine Beschwerden.


