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Kaiserschnitt besser für das Baby?

Viele Befürworter des Kaiserschnitts, vor allem des Wunschkaiserschnitts, argumentieren mit den Vorteilen, die ein Kaiserschnitt für das Kind hat. Gegner des Wunschkaiserschnitts ärgern sich dabei vor allem über ein Argument: Dass bei einem Kaiserschnitt die Kopfform des Kindes schöner sei.

 

Tatsächlich wird bei einem Kaiserschnitt der Schädel des Babys nicht so sehr verformt wie bei einer vaginalen Geburt. Allerdings hat die Natur hier ja vorgesorgt und den Schädel des Kindes verformbar gestaltet, auch damit er die anstrengende Reise durch den Geburtskanal übersteht. Wenige Stunden nach der Geburt hat sich die Kopfform der meisten Kinder von selbst wieder normalisiert.

Wirklich positiv für das Kind sind die klassischen Indikationen für einen Kaiserschnitt, also beispielsweise Fehllagen des Kindes, wie Beckenendlage oder Querlage, oder ein extrem großer Kopfumfang, der eine vaginal Geburt verhindert. Die positive Auswirkung auf das Kind ist in diesem Fall einfach, dass es überhaupt geboren wird. Ohne Kaiserschnitt käme das Kind womöglich gar nicht auf die Welt, oder würde bei einer langen und schweren Geburt gesundheitliche Schäden davontragen.

Demgegenüber stehen Verletzungsrisiken für das Kind, wie beispielsweise Schürf- und Schnittwunden, die es zumindest so während einer vaginalen Geburt nicht erleiden könnte. Dazu kommt ein im Vergleich zur vaginalen Geburt verringerter Hormonausstoß bei der Mutter, was die Bondingphase beeinträchtigen, also die Bindung zwischen Mutter und Kind schwächen kann. Es kommt nach einem Kaiserschnitt häufiger als nach einer vaginalen Geburt zu Stillschwierigkeiten und zu Anpassungsproblemen des Neugeborenen an seine neue Umgebung.

Studien haben herausgefunden, dass Kaiserschnitt-Kinder häufiger als andere Kinder an Asthma leiden. Dies kann aber möglicherweise davon herrühren, dass ein Kaiserschnitt oft vor dem eigentlichen Geburtstermin durchgeführt wird, und gerade diese Zeit könnte wichtig für die Ausbildung der Lunge sein.

 

Laut dem Center for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta beträgt die Säuglingssterblichkeit nach einem Wunschkaiserschnitt doppelt so hoch wie bei einer vaginalen Geburt. Während nach einer vaginalen Geburt nur eines von 1000 Kindern in den ersten 28 Tagen stirbt, ist diese Rate bei Kindern, die mit einem Kaiserschnitt auf Wunsch auf die Welt geholt wurden, doppelt so hoch. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler, nachdem sie die Daten von fast 6 Millionen Geburten und 12.000 verstorbenen Säuglingen ausgewertet haben.

Das gilt aber wohlgemerkt nur für den Wunschkaiserschnitt, nicht für den notwendigen Kaiserschnitt, der Leben und Gesundheit von Mutter und Kind bewahrt.

Trotz allem scheint der Wunschkaiserschnitt nicht so weit verbreitet zu sein, wie seine Gegner fürchten: Eine Studie der Universität Bremen aus dem Jahr 2008 belegt, dass nur zwei Prozent der Frauen einen Kaiserschnitt durchführen lassen würden, wenn es nicht medizinisch notwendig ist.

 
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