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Atemtechnik während der Geburt

Jeder kennt es aus einer Unzahl von Kinofilmen und Fernsehserien: bei Wehen muss gehechelt werden! Und zwar kräftig! Unbeteiligte, sprich: Nicht-Schwangere, fragen sich häufig, wie sie die Wehen veratmen sollen.

 

Die richtige Atemtechnik ist während der Geburt sehr wichtig. Oft sind die Gebärenden aus Schmerz so verkrampft, dass sie nicht mehr richtig atmen, sondern anfangen zu hyperventilieren, also zu schnell zu atmen. Dies kann jedoch dazu führen, dass sie aus Sauerstoffmangel Schwindelanfälle bekommen. Andere Gebärende wiederum halten ganz die Luft während der Wehen an, was die Frau erschöpft und auch dem Kind wichtigen Sauerstoff vorenthält.

Die meisten Geburtsvorbereitungskurse behandeln zwar auch das Atmen während der Entbindung, allerdings lehren sie keine Atemtechniken mehr, da diese sich in der Praxis oft als ineffektiv erwiesen haben.

Die richtige Atmung bei der Geburt wird – vergleichsweise einfach – durch möglichst ruhiges und vollständiges Ausatmen durch den Mund verwirklichen. Ausgeatmet sollte möglichst laut werden, und zwar so lange, so lange der Atem tönt, also so lange man dabei einen Vokal produzieren kann, etwa ein A oder O. Für das Einatmen sorgt der Körper dann schon selbst. Den Atemrhythmus kann man den Körper vorgeben lassen, er passt sich automatisch den Bedürfnissen an.

Während der Wehen ist es oft schwierig, sich auf das Atmen zu konzentrieren, deshalb kann die Unterstützung eines Partners oder einer Begleitperson sehr hilfreich sein, die den Atemrhythmus vorgibt. Am besten funktioniert das, indem der Partner den richtigen Rhythmus "voratmet".

 

Während der Austreibungsphase der Geburt wird bei der Gebärenden der Reflex zum Pressen ausgelöst. Viele Frauen halten dabei den Atem an, was das Pressen weniger wirksam werden lässt. Beim Ausatmen wird das Baby sozusagen mit dem Atem nach unten gepresst.

Will eine Frau pressen, noch bevor der Muttermund weit genug geöffnet ist, dann kommt das bekannte Hecheln zum Einsatz. Es hilft ihr dabei, das Pressen zu vermeiden, und auch tiefes Atmen wäre jetzt nicht ideal. Wenn das Kind schon fast den Geburtskanal erreicht hat, kann zu tiefes Einatmen Druck auf den Muttermund ausüben. Die flachere Atmung beim Hecheln entlastet den Muttermund, so dass das Baby nicht noch zusätzlich durch den Geburtskanal gepresst wird. Die Luft anzuhalten ist nicht produktiv – dadurch wird der Drang zu pressen noch größer.

Den Wehenschmerz wirklich wegatmen kann man nicht. Aber die Konzentration auf eine regelmäßige Atmung lässt den Schmerz oft erträglicher erscheinen. Kontrolle über die Atmung ist nur eine der Möglichkeiten, wie eine Frau die Entbindung aktiv mitgestalten kann. Viele Untersuchungen zeigen, dass das ein wichtiger Faktor dafür ist, wie zufrieden eine Frau mit der Entbindung ist. Und nicht vergessen: Eine ausreichende Sauerstoffversorgung während der Geburt ist gut für die Mutter – und überlebensnotwendig für das Kind!

 
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