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Dammpflege: Dammriss & Dammschnitt vermeiden

Der Damm (medizinischer Fachausdruck: Perineum) ist die Körperregion zwischen den äußeren Geschlechtorganen und dem After. Während der Geburt muss sich der Damm der Frau extrem dehnen, um das Baby passieren zu lassen. Die Muskeln des Damms gehören zur Beckenbodenmuskulatur.

 

Können sich die Muskeln des Damms bei der Entbindung nicht weit genug dehnen, kann es zu einem Dammriss kommen. Um das zu vermeiden, wurde früher bei gut der Hälfte aller Geburten schon vorbeugend ein Dammschnitt (Episiotomie) vorgenommen.

Grund für den Dammschnitt war, dass ein Dammriss am hinteren Ende der Scheide auftritt, da hier die schwächstes Stelle des Damms ist. Im schlimmsten Fall konnte der Dammsriss sich von der Scheide bis hin zum After durchziehen. Mit einem Darmschnitt kann dem vorgebeugt werden.

So dramatisch muss ein Dammriss aber nicht immer sein, es kann sich dabei auch um nur ein oberflächliches Einreißen der Dammhaut handeln. Nur in der schlimmsten Ausprägung reißen Dammmuskeln, Afterschließmuskel und Rektumschleimhaut mit ein.

Während der Entbindung spüren viele Frauen nicht einmal, dass der Damm gerissen ist, da es meist während einer Wehe passiert.

Um nun dieses Einreißen zu vermeiden, wird mit einer speziellen Schere ein kleiner Schnitt vorgenommen, meist während einer Wehe und ohne Betäubung. Normalerweise wird der Schnitt in einem Winkel von 45° zur Mittellinie gesetzt. Nach der Geburt wird der Schnitt vernäht.

Kleiner Hautverletzungen werden nicht behandelt, bei allen größeren Dammrissen wird das Gewebe unter örtlicher Betäubung vernäht, damit es nicht zu Inkontinenz kommt. Die Heilung ist bei Dammriss und Dammschnitt gleich gut, aber der gerade Schnitt ist einfacher zu nähen als ein unregelmäßiger Riss.

 

Durch die Lage der Verletzung hat die Frau nach der Entbindung meist eine Zeit lang Probleme beim Sitzen, beim Stuhlgang und beim Sport. Zu längerfristigen Beschwerden soll es nur selten kommen.

Die Weltgesundheitsorganisation sieht keinen Nutzen in einem routinemäßig durchgeführten Darmschnitt. Es gibt keine Belege, die einen generellen Nutzen für Mutter und Kind belegen. Dafür hätten aber manche Mütter auch ohne Dammschnitt gar keine Verletzungen bei der Geburt davongetragen.

Sehr viel seltener als bei normalen Entbindungen soll es bei Wassergeburten zu Dammrissen oder –schnitten kommen. Zudem kennen viele Hebammen Methoden, die das Einreißen des Dammes verhindern können. Dazu gehören spezielle Handgriffe, die die das Einreißen vermeiden, aber auch Dammmassage, die den Damm elastischer macht. Auch warme Kompressen und Akupunktur sollen das Gewebe dehnbarer machen.

Eine aufrechte Geburtsposition trägt ebenso zum Dammschutz bei wie das Eingreifen von Hebamme oder Arzt, die verhindern, dass das Baby während einer Presswehe zu schnell durch den Damm gepresst wird.

Die Entscheidung für oder gegen einen Dammschnitt muss von Fall zu Fall individuell und pragmatisch getroffen werden – von vornherein einen Dammschnitt zu machen ist ebenso unnötig wie einen Dammschnitt von vornherein kategorisch abzulehnen. In manchen Lagen kann er notwendig sein, beispielsweise wenn das Kind nicht ideal liegt oder der Damm extrem fest ist, oder auch bei manchen Frühgeburten.

 
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