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Schmerzen während der Geburt

Wie fühlen sich Wehen überhaupt an? Und wie schlimm sind die Schmerzen während der Geburt eigentlich? Das fragen sich viele Schwangere umso öfter, je näher der Entbindungstermin rückt.

 

Natürlich lässt sich nicht generell sagen, wie sehr eine Wehe schmerzt, schließlich ist das Schmerzempfinden von Person zu Person unterschiedlich. Zudem kommen verschiedene Faktoren dazu, die die Schmerzen stärker oder schwächer erscheinen lassen. Vor allem die psychische Einstellung der Schwangeren ist dabei wichtig. Je positiver sie der Geburt entgegensieht, desto besser kann sie in aller Regel die Schmerzen ertragen. Aber natürlich entscheidet auch die Phase der Geburt, wie sich die Wehen anfühlen und wie stark die Schmerzen sind. Auch haben manche Frauen bei einer eingeleiteten Geburt stärkere Schmerzen als bei einer spontanen Geburt.

Eine Wehe beginnt meist mit einem Ziehen im Bauch und wird dann schnell stärker. Die Muskulatur der Gebärmutter zieht sich rhythmisch zusammen. Das ist sogar von außen zu erkennen. Die "Form" des Schmerzes ist verschieden, es kann ein Ziehen von oben nach unten sein, oder die Schmerzen tauchen sogar im Rücken und den Oberschenkeln auf.

Die Gebärmutter selbst schmerzt während der Wehen nicht, zu diesem Zeitpunkt sind nämlich die Schmerzrezeptoren zurückgebildet. Die Schmerzen kommen hauptsächlich vom Gebärmuttermund, der sich vor der Entbindung beträchtlich öffnen muss, und das meist in kurzer Zeit. Schließlich war es neun Monate lang seine Aufgabe, die Gebärmutter verschlossen und das Baby im Mutterleib zu halten – und nun muss er sich so weit öffnen, dass das Baby durchpasst.

Vieles weißt darauf hin, dass eine Entbindung als weniger schmerzhaft wahrgenommen wird, wenn die Gebärende aktiv mitarbeiten kann, beispielsweise durch das Pressen während der Austreibungswehen. Je weniger ausgeliefert und hilflos eine Frau sich während der Entbindung fühlt, desto besser wird sie mit den Schmerzen fertig. Dazu gehört vor allem auch ein vertrauensvolle Verhältnis zur Hebamme und zum Arzt.

 

Scheinen die Schmerzen aber unerträglich, gibt es heute beispielsweise mit der Periduralanästhesie (PDA) eine bewährte Methode, die Aufgabe der Gebärenden zu erleichtern. In bis zu 80% der Fälle verläuft die Entbindung danach vollkommen schmerzfrei, in weiteren 15% sind die Schmerzen zumindest deutlich gemildert.

Daneben kommen auch alternative Methoden wie Akupunktur und Homöopathie zum Einsatz. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade Akupunktur nicht nur die Angst vor Schmerzen nehmen, sondern den gesamten Geburtsvorgang beschleunigen kann.

Ähnlich wie die unterschiedliche Wahrnehmung der Schmerzstärke ist auch die Verarbeitung des Erlebten von Frau zu Frau völlig unterschiedlich. Manche Frauen können sich nach der Entbindung noch deutlich an die Schmerzen erinnern, andere haben sie vollkommen vergessen. Wissenschaftler machen die Hormone dafür verantwortlich, dass der immense Schmerz während der Geburt hinterher einfach verdrängt wird. Gerade in der letzten schmerzhaften Phase schüttet der Körper zur Schmerzbewältigung Endorphine aus. Neben ihrer schmerzlindernden Wirkung scheinen diese Hormone auch die Bindung zwischen Mutter und Kind zu beschleunigen.

 
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