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Wann ins Krankenhaus?

"Ich habe Wehen, wann muss ich ins Krankenhaus?" Woher soll eine Schwangere wissen, wann sie zur Entbindung ins Krankenhaus oder Geburtshaus muss, oder wann sie die Hebamme zur Hausgeburt holen soll? Soll sie gleich bei den ersten Wehen ins Taxi springen oder doch ein bisschen länger warten?

 

Nicht immer ist eine Wehe das erste Anzeichen für eine Geburt. In manchen Fällen kündigt auch der Abgang des Schleimpfropfs aus dem Muttermund oder der Blasensprung an, dass jetzt die Geburt bevorsteht.

Noch vor den ersten Wehen kann der Schleimpfropf abgehen, der während der Schwangerschaft den Muttermund verschließt. Der Schleimpfropf verhindert das Eindringen von Spermien und Krankheitserregern in die Gebärmutter.

Der Schleimpfropf löst sich meist einige Tage vor der Geburt, entweder als kompletter Pfropf oder aber als eher flüssiger Schleim. Die Schleimmenge ist dabei so groß, dass der Abgang des Pfropfs kaum jemals unbemerkt bleibt. Der Schleim kann leicht bräunlich oder rötlich sein, da der Muttermund während der Schwangerschaft gut durchblutet ist. Nur wenn dem Abgang eine Blutung folgt, sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Anders als im Fernsehen beginnen in der Wirklichkeit die wenigsten Geburten mit einem dramatischen Blasensprung. In über 90% der Fälle platzt die Fruchtblase erst bei den ersten Wehen. Platzt die Fruchtblase vorher, handelt es sich um einen vorzeitigen Blasensprung. In so einem Fall muss die Schwangere tatsächlich sofort ins Krankenhaus.

Die Gebärmutter hat sich schon während der letzten Zeit der Schwangerschaft auf die Geburt vorbereitet. Sie hat sich immer wieder mal rhythmisch zusammengezogen, so dass sie zum Zeitpunkt der Geburt optimal durchblutet und trainiert ist. Von diesen Übungswehen merkt die Schwangere wenig, außer dass der Bauch ein bisschen hart wird.

 

Ganz anders ist das bei den richtigen Wehen. Die Geburtswehen nimmt jede Frau anders wahr, manche beschreiben sie als eine Art starken Menstruationsschmerz, andere spüren die Wehen hauptsächlich im Rücken oder verspüren einen starken Druck im Becken.

Wenn die Senkwehen über eine Stunde lang regelmäßig kommen, im Abstand von fünf bis zehn Minuten, und jeweils etwa eine Minute dauern, dann ist zumindest für Erstgebärende der Zeitpunkt für das Krankenhaus gekommen. Ab dem zweiten Kind kann alles auch viel schneller gehen.

Generell sollte jede Schwangere aber auf ihren Körper und buchstäblich ihr Bauchgefühl hören und lieber zu früh als zu spät in die Klinik fahren bzw. sich fahren lassen.

Sofort in die Klinik bei:

  • Blasensprung, wenn das Fruchtwasser grünlich oder bräunlich verfärbt ist
  • starken Blutungen
  • Blutungen nach Abgang des Schleimpfropfs
  • starken Bauchschmerzen, die unabhängig von den Wehen auftreten
  • erhöhtem Blutdruck, Herzrasen, Schwindelgefühlen
  • plötzlichen Kopfschmerzen und Sehstörungen
  • wenn das Baby sich plötzlich auffällig viel oder gar nicht mehr bewegt

 
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