Unter einer Allergie versteht man die übertriebene Reaktion des Immunsystems auf an sich unbedrohliche Stoffe in der Umwelt. Allergische Reaktionen zeigen sich typischerweise an der Haut, an den Atemwegen, an den Schleimhäuten, im Verdauungstrakt, und im Extremfall als anaphylaktischer Schock.
Nach einer Infektion mit Bakterien oder Viren ist der menschliche Körper beim nächsten Kontakt mit dem Krankheitserreger oft komplett immun, meist aber zumindest teilweise geschützt. Ganz anders bei Allergien: Hier kann der allergie-auslösende Stoff, das Allergen, bei jedem weiteren Kontakt eine mehr oder weniger heftige allergische Reaktion des Immunsystems auslösen – der Organismus wurde für diese Substanz sensibilisiert.
Die Allergene werden auf unterschiedliche Weise aufgenommen: Häufig werden sie eingeatmet, wie im Falle der Pollenallergie, oft ist es aber auch der einfache Hautkontakt, wie etwa bei der Latexallergie. Je nach Allergie reagiert der Körper dann mit Heuschnupfen, asthmatischen Beschwerden, Hautrötungen und –blasen, oder bei Lebensmittelallergien oft auch mit Reizungen von Magen und Darm. Die Symptome können akut oder chronisch auftreten.
Allergien gelten als eine der großen Zivilisationskrankheiten des Westens, sowohl bei Erwachsenen als auch zunehmend bei Kindern. In Deutschland leidet mittlerweile fast ein Drittel der Schulkinder an einer oder mehreren Allergien. Inzwischen sind Allergien bei Kindern eine der häufigsten chronischen Krankheiten.
Kinder von Allergikern tragen ein besonders hohes Risiko an Allergien zu erkranken, da die Neigung zu allergischen Reaktionen vererbt werden kann. Um bei ihnen den Kontakt mit einem potenziellen Allergen möglichst lange hinauszuzögern, werden sie möglichst lange mit möglichst reizarmer Nahrung versorgt. Das Stillen von Kindern kann das Allergierisiko möglicherweise senken.


