Eine sehr häufige Allergie ist die Hausstauballergie. Sie besteht in allergischen Reaktionen gegen den Kot der Hausstaubmilben, muss also richtig Hausstaubmilbenallergie heißen. Diese Spinnentiere leben besonders gerne in Teppichen, Polstermöbeln und Betten, wo sie sich von den abgestoßenen Hautzellen des Menschen ernähren. Allein in Deutschland sind an die fünf Millionen Menschen von dieser Allergie betroffen.
Der Kot der Milben verteilt sich als extrem feiner Staub, wird so eingeatmet und kann so Allergien auslösen. Die typischen Anzeichen der Allergie sind Juckreiz, Niesen und Dauerschnupfen, und auch allergisches Asthma. Es kann auch zu Reaktionen der Haut und der Bindehaut der Augen kommen.
Die Symptome sind meist nachts und am Morgen schlimmer, da der Allergiker während dieser Zeit dem Allergen stark ausgesetzt ist. Die Allergie auf Hausstaubmilben ist weitgehend unabhängig von der Jahreszeit.
Besonders groß ist das Allergieaufkommen wegen der Hausstaubmilben allerdings im Winter. Da sie bei einer Luftfeuchtigkeit unter 50% absterben, kommen viele Milben in der trockenen Heizungsluft um. Ihre zerfallenden Körper wiederum lösen ebenso Allergie-Anfälle aus wie ihr Kot.
Die Hausstaubmilbe fühlt sich in einem feuchtwarmen Klima mit einer Temperatur um die 25°C und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70% am wohlsten. In einem Bett findet sie also ideale Bedingungen für Leben und Fortpflanzung.
Um eine Hausstauballergie zu vermeiden, oder eine bestehende Allergie nicht zu verschlimmern, werden verschiedene Maßnahmen empfohlen. Wichtigste Maßnahme ist das regelmäßige und häufige Reinigen von Bettwäsche, Kopfkissen und Bettdecke. Bei Waschtemperaturen von übe r60°C sterben die meisten Milben ab. Für Matratzen gibt es Bezüge, die milbendicht sein sollen, also dicht genug sind, den Kot der Tiere vom Schlafenden fernzuhalten.
Auch Stofftiere können die Allergie auslösenden Milben beherbergen, deswegen sollten sie in eine Tüte verpackt und für mindestens 24 Stunden eingefroren werden, um die Milben abzutöten. Die Stofftiere müssen aber in der Tüte bleiben, bis sie wieder "aufgetaut" sind. Das Einfrieren tötet zwar die Milben ab, bereits vorhandene Kotspuren werden dadurch aber nicht entfernt.
Allergikern wird in der Regel geraten alles zu vermeiden was Staub aufwirbelt, also Staubwischen mit einem trockenen Tuch oder Staub zusammenkehren statt Staubsaugen. Zudem wird von Pflanzen, langhaarigen Teppichen, Vorhängen und offenen Regalen abgeraten, also von allem, in dem sich Staub unbehelligt ansammeln kann.
Es können auch Sprays oder Waschmittel zum Einsatz kommen, die die Milben vernichten sollen. Etwa zweimal im Jahr sollten Teppiche und Polstermöbel damit behandelt werden. Zu kaufen gibt es solche Mittel in Apotheken.
Falls die Maßnahmen nicht ausreichen, kann auch bei einer Hausstauballergie eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Das bedeutet, dass der Körper dem Allergen so lange und so häufig ausgesetzt wird, bis das Immunsystem nicht mehr übertrieben darauf reagiert.
Wer unter einer starken Hausstauballergie leidet, kann zumindest im Urlaub Linderung finden: Die Milben können in Regionen über 1.500 Metern nicht überleben, da dort die Luft zu trocken ist.
Auslöser:
- Eiweiße im Kot der Hausstaubmilbe
Verstärkt durch:
- alte Matratzen, Kopfkissen, Bettdecken
- Vorhänge
- Hochflorige Teppiche
- zu seltenes Staubwischen
- Kuscheltiere
- Haustiere
Vorbeugen durch:
- milbenfeste Bezüge für Matratzen
- regelmäßiges Reinigen von Kissen und Decken
- Bettwäsche bei mindestens 60°C waschen
- Teppiche mit niedrigem Flor bevorzugen (binden den Staub)
- glatte Böden möglichst täglich feucht wischen
- Beim Staubwischen feuchte Tücher verwenden
- Verwendung eines Staubsaugers mit Filtersystem
- Kuscheltiere einfrieren
- Teppiche und Polstermöbel zweimal jährlich mit speziellen Pestiziden behandeln
- Täglich lüften
- Für niedrige Luftfeuchtigkeit sorgen


