Für viele Allergiker kann das tägliche Anziehen zur Qual werden. Leiden sie an Neurodermitis, kann Kleidung die sowieso schon angegriffene Haut reizen. Aber auch wer keine Neurodermitis hat, sondern vielleicht nur zu Allergien neigt, sollte sich Gedanken über die Allergene in der Kleidung machen.
Bei Neurodermitikern, egal ob Babys, Kinder oder Erwachsene, können Kleidungsstücke den Zustand der Haut sehr beeinflussen. Kratzige Kleidungsstücke reizen die Haut und können so einen Neurodermitis-Schub auslösen oder eine bestehende Neurodermitis verschlimmern. Ebenso ungünstig ist zu enge Kleidung, die die Haut nicht atmen lässt und bei Bewegung reibt.
Dabei sind es fast nie die Fasern selbst, die eine allergische Reaktion auslösen. Meist sind es die chemischen Hilfsstoffe, die während der Produktion in das Kleidungsstück gekommen sind, oder Waschmittelrückstände. Bei Pollen-Allergikern kommt auch noch dazu, dass Pollen sich gerne in Kleidungsstücke hängen und so einen dauernden Allergiereiz auslösen.
Moderne Kleidungsstücke werden mit einer Vielzahl von Chemikalien behandelt, um sie weicher und pflegeleichter zu machen, oder auch um sie beim Transport vor Schimmel und Schädlingen zu schützen. Deshalb sollten nicht nur Allergiker neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen gründlich waschen und ausspülen. Wer sehr empfindlich ist, sollte die Textilien bis zu dreimal waschen, um die chemischen Hilfsstoffe zu entfernen.
Dabei ist auch das Waschen nicht ohne Fallen. Viele Waschmittel enthalten Duft- und andere Zusatzstoffe, die Allergien auslösen oder verschlimmern können. Für Allergiker gut geeignet sind Baukastensysteme aus dem Reformhaus, die auf so viele Zusatzstoffe wie möglich verzichten. Es gibt aber auch spezielle Allergiker-Waschmittel, die ohne reizende Zusatzstoffe auskommen, und auch für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet sind. Solche Waschmittel und Weichspüler sind meist deutlich sichtbar mit einem Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. gekennzeichnet. (www.daab.de)
Beim Weichspüler muss jeder selbst entscheiden, ob er welchen verwendet. Weichspüler kann mit seinen Inhaltsstoffen die Haut reizen und Allergien auslösen; gerade bei Neurodermitis kann er aber hilfreich sein, da die weichgespülte Wäsche weniger kratzig ist.
Für Pollen-Allergiker ist es wichtig, die Pollen aus der Wäsche zu entfernen; bei von Hausstauballergie Betroffenen müssen Milben und ihre Ausscheidungen aus der Wäsche entfernt werden. Gerade um Milben zu bekämpfen ist eine entsprechend hohe Waschtemperatur unverzichtbar. Die Tiere werden erst bei Temperaturen ab 60°C abgetötet.
Inzwischen gibt es spezielle Allergiker-Waschmaschinen, die besonders gründlich waschen und eigene Waschprogramme für neue Wäsche und Hygiene-Waschprogramme haben, bei denen lange eine hohe Temperatur gehalten wird. Allergene werden gründlich entfernt, Milben werden abgetötet.
Auch beim Trocknen der Wäsche gibt es einiges zu beachten. Für Heuschnupfengeplagte kommt ein Trocknen der Wäsche draußen während der Allergiesaison nicht in Frage. Wer gegen Schimmelsporen oder Hausstaubmilben allergisch ist, sollte auf das Trocknen im Haus verzichten. Inzwischen gibt es Wäschetrockner speziell für Allergiker. Bei diesen Kondenstrocknern wird nur sehr wenig Raumluft zum Trocknen verwendet, und auch diese Luft wird durch einen Filter angesaugt. So soll ausgeschlossen werden, dass über die angesaugte Luft Allergene an die Kleidung geraten. Da aber sowohl die Waschmaschine als auch der Trockner sehr teuer sind, lohnt sich die Anschaffung wahrscheinlich nur für Menschen mit stark ausgeprägten Allergien.
Wer nur ganz allgemein auf Nummer sicher gehen will, sollte auf Textil-Auszeichnungen wie "pflegeleicht", "bügelfrei" oder auch "separat waschen" achten. Pflegeleichte Textilien werden mit Chemikalien behandelt, um sie so pflegeleicht zu machen. Separat zu waschende Kleidungsstücke bluten aus, und das kann auch bei Hautkontakt passieren, gerade wenn man schwitzt. Sowohl chemische Hilfsstoffe als auch Farben können die Haut reizen und Allergien auslösen.
Kleidungsstücke können auch durch Nickel Allergien auslösen. Nickel kann sichtbar in Knöpfen, Reißverschlüssen und Nieten enthalten sein, aber auch in vielen Farben verbirgt sich das Metall. Es kann zu einer Kontaktallergie kommen. Nickel lässt sich nur schwer umgehen, da er in vielen Gebrauchsgegenständen enthalten ist. Allerdings gibt es seit einigen Jahren eine gesetzliche Regelung für den Einsatz von Nickel. Seither gibt es weniger Fälle von Nickel-Allergie.


