Allergie-Experten betonen immer wieder, wie wichtig das Lüften ist. Sie empfehlen, alle zwei Stunden gründlich zu lüften und so die Raumluft auszutauschen. Als effektiv habe sich das Querlüften erwiesen. Dabei werden mehrere Fenster geöffnet, so dass ein Durchzug entsteht, der den Luftaustausch beschleunigt.
Das Lüften ist deshalb wichtig, weil moderne Wohnungen immer stärker mit Allergenen belastet sind. Das bezieht sich nicht nur auf Baustoffe. Vor allem gut dichtende Fenster erledigen ihre Aufgabe so gut, dass sich wegen der fehlenden Belüftung Schimmel ausbreiten kann.
Dabei sind es nicht einmal die Schimmelpilze selbst, die Allergien auslösen, es sind vielmehr ihre Sporen. Die Pilze können täglich Millionen ihrer Sporen freisetzen, die dann in der Raumluft schweben.
Im Winter wird durch die Heizungsluft Staubaufgewirbelt, der Schimmelsporen und den Kot von Hausstaubmilben auf sich trägt. Deshalb müssen während der Heizperiode vor allem Hausstaubmilben- und Schimmelsporenallergiker auf ausreichendes Lüften achten.
Milben lassen sich zwar nie wirklich endgültig beseitigen, aber es gibt einige Maßnahmen, damit auch Milben-Allergiker ihre Beschwerden vermindern können. Dazu gehört vor allem eine Reinigung von Matratzen, Bettdecken und Kissen, aber auch aller anderer Textilien zumindest im Schlafzimmer, am besten aber in der ganzen Wohnung.
In Teppichen und Polstermöbeln lassen sich Milben recht gut mit der hohen Temperatur eines Dampfreinigers abtöten.
Eine wirksame, aber auch extrem unpraktische Methode gegen Milben: Matratze mit Kissen und Bettdecke bei Minusgraden mindestens 24 Stunden lang im Freien lassen. War das Bett wirklich komplett durchgefroren, hat man immerhin ein bis zwei Monate Ruhe, bis sich neue Milben ansiedeln.
Für Matratzen gibt es milbendichte Encasings, also Bezüge, die so dicht sind, dass sie die Allergene zurückhalten können.
Leiden Kinder an Milbenallergie, ist es wichtig, dass sie nicht zu viele Kuscheltiere im Bett haben. Auch in den Kuscheltieren können sich nämlich die Milben verbergen. Am besten sind waschbare Stofftiere, die regelmäßig bei 60°C gewaschen werden können. Ist das nicht möglich, können die Kuscheltiere einen Tag lang in der Tiefkühltruhe eingefroren werden. Dabei sterben die Milben ab.
Übrigens ist es Milben nach neuester Erkenntnis völlig egal ob sie in einer Synthetikmatratze oder einer Matratze aus Naturmaterialien leben. Wichtig ist aus Allergikersicht vor allem, dass die Belüftung der Matratze gewährleistet ist. Wenn es möglich ist, sollte also auf einen Bettkasten verzichtet werden und der Raum unter dem Bett nicht als Stauraum verwendet werden.
Generell sollte man es den Milben, die warmes feuchtes Klima lieben, so ungemütlich wie möglich machen: Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 40 bis 50% liegen, und die Temperatur nicht über 18°C betragen. Auch Haustiere und Pflanzen begünstigen die Vermehrung von Milben.
Haustiere sind bei Allergikern generell ein schwieriges Thema. Einerseits lösen viele Haustiere Allergien aus, andererseits gibt es Untersuchungen, die belegen, dass Kontakt mit Tieren Kinder vor Allergien schützen kann. Vor dem Kauf eines Haustieres sollte bei einschlägig vorbelasteten Allergikern deshalb ein Test durchgeführt werden.
Wenn Kinder ein erhöhtes Allergierisiko haben, ist übrigens ein Hund ein besseres Haustier als Hamster, Meerschweinchen, Hasen oder Katzen. Noch sicherer sind natürlich felllose Haustiere wie Fische oder Reptilien. Wer sein Haustier trotz Allergie behalten will, kann die Allergene zumindest teilweise in den Griff bekommen, wenn das Tier wöchentlich gebadet wird. Allerdings sollte auch dann das Schlafzimmer für das Tier tabu sein.
Sogar Möbel können eine Tierhaarallergie auslösen, beispielsweise mit Rosshaar gepolsterte Sessel und Matratzen, oder auch die beliebten Fellteppiche.
Beim Neukauf von Möbeln, Teppichen und anderen Wohngegenständen sollte schadstoffarmen Produkten der Vorzug gegeben werden. Viele Möbel sind nämlich so sehr mit Schadstoffen belastet, dass sie die Raumluft auf Jahre hinaus beeinträchtigen und auch Allergien auslösen können.
Beim Wohnungsputz gibt es für Allergiker einiges zu beachten. Sie sollten es unbedingt vermeiden, beim Putzen Staub aufzuwirbeln. Für das Staubwischen sollten deshalb feuchte Tücher oder zumindest den Staub bindende antistatische Tücher verwendet werden. Böden sollten häufig feucht gewischt statt nur gekehrt werden.
Staubsauger blasen oft die Allergen direkt wieder in die Raumluft. Speziell für Allergiker gibt es deshalb Geräte mit einem Filter, der Pollen, Staub, Milbenkot und Hautschuppen von Tieren zurückhält. Der Staubbeutel sollte sich komplett entnehmen und entsorgen lassen. Geräte bei denen der Staubbehälter ausgeleert werden muss, sind weniger geeignet.
Wer extrem allergisch auf Hausstaub reagiert, sollte im Extremfall gar nichts mit dem Hausputz zu tun haben, sondern sich dabei helfen oder besser noch vertreten lassen.
Trotz aller gebotener Reinlichkeit: Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln in der Wohnung ist unnötig und bei Allergien sowieso sinnlos. Für Experten gilt es als erwiesen, dass der übertriebene Gebrauch von Desinfektionsmitteln und starken Reinigern sogar mitverantwortlich für die Zunahme von Allergien ist.
Eine zu saubere Umwelt "verwirrt" das Immunsystem. Es beschäftigt sich nicht mehr mit den verschiedenen kleineren Problemen, sondern attackiert stattdessen eigentlich ungefährliche Stoffe und reagiert vollkommen unangemessen – mit einer Allergie.


