Ähnlich wie Nase und Ohren muss auch für den Mund des Babys kaum etwas getan werden. Ist es sehr viel an der frischen Luft, vor allem auch bei kaltem Wetter, kann es aber vorkommen dass die Lippen spröde werden. In diesem Fall kann man einen Lippenpflegestift verwenden, am besten aus natürlichen Inhaltsstoffen.
Um so mehr Pflege brauchen dafür die Zähne des Babys, und zwar auch schon die Milchzähne! Immer noch denken viele Eltern, dass die Milchzähne keine Pflege brauchen, weil sie ja sowieso bald wieder ausfallen. Dabei brauchen gerade die Milchzähne Pflege! Ihr Schmelz ist viel weicher als der der bleibenden Zähne, und deswegen viel anfälliger für Karies. Deshalb müssen auch die Milchzähne gut gepflegt werden.
Die Pflege der Milchzähne macht sich bezahlt, weil sie die Platzhalter der später folgenden bleibenden Zähne sind. Sie dienen sozusagen als Gerüst für die späteren Zähne. Fallen die Milchzähne vorzeitig aus, können die bleibenden Zähne nicht ihre vorgesehene Stellung einnehmen – Zahnfehlstellungen sind so vorprogrammiert.
Zudem "vererbt" ein mit Karies befallener Milchzahn dem folgenden Zahn seine Krankheit. Je besser gepflegt die Zähne sind, desto weniger Angriffsfläche bieten sie der Karies. Die bleibenden Zähne können also in einer gesunden Mundumgebung entstehen.
Für die Zahnpflege von Babys gibt es spezielle, sehr weiche Zahnbürsten mit Borsten aus Gummi, oder aber Fingerlinge, die ebenfalls Gummiborsten haben. So kann man dem Kind regelmäßig die Zähnchen putzen, ohne sein empfindliches Zahnfleisch zu verletzen.
Zahnpasta ist dazu noch nicht nötig, wenn das Kind Fluoridtabletten erhält und so die Versorgung der Zähne mit Fluorid sichergestellt ist. In diesem Fall reichen Zahnbürste und Wasser.
Bekommt das Kind keine Fluoridtabletten, kann man ihm einmal am Tag, ab zwei Jahren zweimal am Tag die Zähne mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta putzen. Die Zahncreme sollte 500 ppm Flourid enthalten.
Ab einem Alter von etwa drei Jahren können Kinder eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden, wenn sie die Zahnpasta ausspucken können. Verschluckt werden sollte Zahnpasta nie. In diesem Alter kann das Kind auch lernen, sich selbst die Zähne zu putzen. Für Kinder gibt es von vielen Marken eigene Zahnbürsten mit dickeren Griffen, die von Kindern gut gehalten werden können.
Neben dem dickeren Griff ist bei Kinderzahnbürsten auch ein kleiner Bürstenkopf wichtig, damit die Zahnbürste überall hin gelangt. Der Bürstenkopf sollte dichte Borstenbüschel mit abgerundeten Borsten haben. Am besten lässt man das Kind die Bürste selbst aussuchen, damit es später mehr Spaß am Zähneputzen hat. Die Zahnbürste muss spätestens alle drei Monate ausgetauscht werden.
Bis etwa zur Einschulung muss man erfahrungsgemäß noch überprüfen, wie gründlich das Kind die Zähne putzt, und falls nötig selbst nachputzen.
Wichtig ist, dass alle Zahnoberflächen gut gereinigt werden. Bewährt hat sich dabei das KAI-System:
- K = Kauflächen: Die Kauflächen werden mit Hin- und Herbewegungen geputzt.
- A = Außenseiten: Die Außenseiten werden mit kreisenden Bewegungen geputzt, jeweils von der Mitte aus zu den Seiten.
- I = Innenseiten: Die Innenseiten werden von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn, geputzt – wie mit einem Handbesen gefegt.


