Kinder sind neugierig. Sie sind aber auch kleiner und unerfahrener als Erwachsene und können Gefahren noch nicht abschätzen. Für die Eltern bedeutet das: stets wachsam sein, um Unfälle zu vermeiden.
Auch wenn die Eltern mit Adleraugen über ihre Kinder wachen, können sie nicht immer verhindern, dass die Kinder sich verletzen oder in einen Unfall verwickelt werden. Immerhin geschehen fast die Hälfte der Unfälle von Kindern zu Hause und in der Freizeit. Die Minuten bis zur Ankunft des Notarztes sollte man nicht untätig verstreichen lassen. Da ist es gut, wenn man die wirksamsten Sofortmaßnahmen kennt.
Die Meinungen gehen ein bisschen auseinander darüber, wie wirksam ungeübte Erste Hilfe ist. Je nach Notfall ist auch ungeschickte Hilfe besser als gar keine; in anderen Fällen wiederum kann auch die bestgemeinte Hilfe die Lage noch verschlimmern. Gerade auf dem Bereich von Verbrennungen und Vergiftungen sollte man auf jeden Fall von Hausmitteln absehen. Sollten Wiederbelebungs-Maßnahmen notwendig sein, gilt dagegen: Auch der Beatmungs-Versuch eines ungeübten Helfers ist für das Kind im Zweifelsfall besser als gar keiner!
Als Faustregel gilt: Lebensbedrohend sind Atmungsstörungen, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems und Bewusstseinsstörungen. In diesen Fällen sollte nie gezögert werden, sondern sofort der Rettungsdienst alarmiert werden.
Auch bei Vergiftungen sollte keine Zeit verloren werden. Ein guter Ansprechpartner ist in diesen Fällen der jeweilige Giftnotruf, der erklären kann, wie das Kind zu behandeln ist und welche Maßnahmen der Notarzt ergreifen soll.
Weniger schlimm sind Fremdkörper in Nase und Ohren. Auch wenn sie das Kind sehr stören sind sie doch meist nicht lebensbedrohlich. Ebenso sind Stürze und Stauchungen, eine Prellung, ein Knochenbruch und auch stark blutende Wunden meist zwar sehr dramatisch, oft aber nicht ganz so schlimm.
Für jeden Fall sollten die Notfallrufnummern von Ärzten, Rettungsdiensten und auch die Nummer des Giftnotrufs gut lesbar im Medizinschrank und neben dem Telefon angebracht und auch im Adressbuch des Telefons eingespeichert sein. Wer im Notfall panisch versucht, die Nummer aus dem Gedächtnis zu wählen oder aber sie im Telefonbuch suchen muss, vertut unter Umständen wertvolle Zeit.


