Kleine Kinder ziehen sich ab dem Zeitpunkt viele kleinere und manchmal auch größere Wunden zu, ab dem sie sich eigenständig bewegen und so ihre Neugier befriedigen können.
Wunden können gefährlich sein, da sie es Krankheitserregern erlauben, in den Körper einzudringen. Deshalb sollte immer für einen bestehenden Tetanus-Schutz gesorgt werden. Größere Wunden können stark bluten und so zu großem Blutverlust führen, daher müssen sie verbunden und der Blutverlust aufgehalten werden.
Schürfwunden sehen oft unschön aus, sind aber meist ungefährlich, weil nur die Haut verletzt ist. Eine Schnittwunde blutet stärker, dabei werden aber auch mehr schädliche Keime aus der Wunde gespült. Platzwunden am Kopf bluten meist stark, aber nur für kurze Zeit. Kratz- und Bisswunden, egal ob sie nur von Tieren oder anderen Kindern stammen, sind praktisch immer voller Krankheitskeime und müssen deshalb besonders sorgfältig desinfiziert und versorgt werden.
Bei kleineren Schnittwunden und Schürfwunden ist meist kein größeres Eingreifen nötig. Sie sollten möglichst nicht berührt werden, und auch die Blutung sollte nicht gestoppt werden, da sie die Wunde reinigt. Ein Pflaster ist nicht notwendig, ein desinfizierender und luftdurchlässiger Sprühverband beschleunigt die Heilung. Falls das Kind lieber ein Pflaster will, sollte es die Wunde großflächig bedecken und luftdurchlässig sein.
Verschmutzte Schürfwunden, zum Beispiel nach einem Sturz auf sandigem Boden, werden unter fließendem kalten Wasser vorsichtig ausgespült. Größere Schmutzpartikel können mit einer desinfizierten Pinzette entfernt werden. Wunde desinfizieren und an der Luft trocknen lassen.
Ein Arztbesuch stellt sicher, dass keine Fremdkörper in der Schürfwunde verblieben sind und der Tetanusschutz noch aktiv ist.
Blutungen bei einer Platzwunde oder einer Schnittwunde sollten zügig gestillt werden, wenn sie nicht sowieso von selbst aufhört. Kalte feuchte Tücher oder Waschlappen unterstützen die Blutstillung, kleben dabei aber nicht an der Wunde fest. Auch eine Höherlagerung des betroffenen Körperteils bringt die Blutung schneller zum Stillstand.
Größere Wunden, gerade im Gesicht, sollten innerhalb weniger Stunden von einem Arzt begutachtet werden, falls sie genäht oder geklammert werden müssen.
Wenn das Blut aus der Wunde spritzt oder pulsiert, muss nach dem Säubern und Desinfizieren der Wunde ein Druckverband angelegt werden.
Stichwunden entstehen bei Unfällen mit Messern, Glasscherben oder Scheren. Wenn noch ein Fremdkörper in der Wunde steckt, darf er nicht entfernt werden! Durch das Herausziehen kann das Gewebe noch viel mehr verletzt und stärkere Blutungen verursacht werden.
Große Fremdkörper, z.B. Glasscherben, nicht bewegen und mit Verbandmaterial gegen Bewegung sichern. Eventuelle Reste mit ins Krankenhaus nehmen oder dem Rettungsdienst mitgeben; so können beim Röntgen vielleicht im Körper verbliebene Splitter leichter identifiziert werden.
Biss- und Kratzwunden werden behandelt wie andere Wunden auch: Wunde säubern, Blutung stillen, desinfizieren. Bei solchen Wunden führt aber kein Weg am Arzt vorbei. Unbedingt den Impfpass des Kindes mitnehmen, damit der Tetanusschutz überprüft werden kann. Falls die Wunde von einem Haustier verursacht wurde, auch den Impfpass des Tieres mitnehmen.


