Bei vielen Beschwerden kann man Babys mit alten und bewährten Hausmitteln behandeln. Sie helfen schonend und haben normalerweise keine Nebenwirkungen. Oft hilft schon ein Tee, damit es dem Kind wieder besser geht.
Gegen Halsschmerzen hilft beispielsweise Salbeitee. Er lindert die Schmerzen und desinfiziert den Rachenraum. Kamillentee kann Magenschmerzen vertreiben. Bei Blähungen helfen Anis-, Fenchel- oder Kümmeltee oder auch eine Kombination davon.
Hausmittel bei Ohrenschmerzen:
Bei einer Mittelohrentzündung, aber auch bei anderen Ohrenschmerzen, kommen traditionell Zwiebelsäckchen zur Anwendung.
Dazu werden 2 Zwiebeln kleingehackt, in ein dünnes Tuch eingeschlagen und zu einer länglichen Wurst gedreht. Die Enden werden zugebunden. Die Zwiebeln können auch in ein Baumwollsöckchen gefüllt werden. Die Wurst soll so lang sein, dass sie um das Ohr herum gelegt werden kann.
Nun wird das Zwiebelsäckchen über Wasserdampf vorsichtig erwärmt. Nicht zu heiß werden lassen!
Zwiebelsäckchen um das betroffene Ohr legen und befestigen, mit einem Verband oder einer Mütze.Das Zwiebelsäckchen kann ein bis zwei Stunden am Ohr bleiben. Länger sollte es nicht Hautkontakt haben, da es die Haut reizen kann.
Bessern sich die Ohrenschmerzen nicht, oder tritt Flüssigkeit aus dem Ohr aus, sofort zum Arzt gehen.
Hausmittel bei Fieber:
Das klassische Hausmittel bei Fieber sind Wadenwickel. Ihre Wirkung basiert auf einem einfachen Rezept: Die Verdunstungskälte der feuchten Wickel entzieht dem Körper Wärme.
Für die Wadenwickel werden zwei Baumwolltücher mit lauwarmem Wasser getränkt und nur leicht ausgewrungen. Tücher um die Waden wickeln und etwa eine halbe Stunde am Bein lassen. Dabei nicht zudecken. Ziel der Behandlung ist die Absenkung der Körpertemperatur um etwa 1°C.
Das Tränken mit kaltem Wasser ist unwirksam, da sich durch den Kältereiz die Blutgefäße verengen und so keine Wärme abgegeben wird.
Bei Babys ist die Anwendungsfläche für Wadenwickel so klein, dass ein Brustwickel besseren Erfolg verspricht. Dazu kann man den Brustkorb des Kindes in ein feuchtes Tuch wickeln. Danach das Kind unbedingt abtrocknen! Der Wickel darf niemals am Körper des Kindes trocknen oder gar über Nacht am Körper bleiben.
Hausmittel bei Husten:
Hat das Baby Husten, ist ein Hustentee besser als Hustensaft. Der Tee hat Flüssigkeit praktisch schon eingebaut, und die ist bei Husten besonders wichtig, damit sich zähflüssiger Schleim lösen kann.
Bewährt haben sich bei Husten auch Quarkwickel. Dafür wird Quark (Raumtemperatur) etwa einen halben Zentimeter dick auf ein sehr dünnes Tuch gestrichen. Die Ränder des Tuches über dem Quark zusammenschlagen. Mit der Tuchseite auf den Hals legen und mit einem Schal fixieren. So lange an Ort und Stelle lassen, bis der Quark leicht angetrocknet ist.
Quark wirkt abschwellend, schmerzlindernd und entzündungshemmend, deswegen sind Quarkwickel auch sehr angenehme und langfristig kühlende Umschläge bei Prellungen, Blutergüssen, Insektenstichen, Sonnenbrand und Ekzemen. Bei akuten Entzündungen können problemlos mehrere Quarkumschläge hintereinander gemacht werden, weil der Quark oft schon nach etwa 15 Minuten durch die Haut erwärmt wird und gewechselt werden sollte.
Hausmittel sind auch bei Ärzten anerkannt und beliebt, weil sie die Beschwerden des Kindes lindern, dem kindlichen Immunsystem aber die Gelegenheit geben selbständig mit Krankheitserregern fertigzuwerden.
Natürlich ersetzen Hausmittel keinen Arztbesuch, aber die üblichen Erkältungen und Bauchschmerzen lassen sich auch mit Hausmitteln lindern. Bei sehr starken Beschwerden sollte man natürlich trotzdem den Kinderarzt aufsuchen.


