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Impfkritik – Realistisch oder Panikmache?

In Deutschland lehnen nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur drei bis fünf Prozent aller Eltern Impfungen generell oder teilweise ab. Die Gründe für ihre Ablehnung sind unterschiedlich: Religion und Weltanschauung der Eltern stehen dagegen, oder sie sind strenge Vertreter der Homöopathie. In wenigen Fällen vermuten Impfgegner auch eine globale Verschwörung der Pharma-Industrie hinter den empfohlenen Impfungen.

 

Die Diskussion um das Impfen wird dabei nicht immer sachlich geführt. Gerne werden bei der Impfkritik reißerische Falschinformationen angeführt, die zwar leicht zu widerlegen sind, Eltern aber trotzdem sehr verunsichern.

Impfgegner führen oft Behauptungen an wie: Impfungen lösen Krankheiten wie Autismus und Diabetes aus. Manchmal werden Impfungen auch mit dem Plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht. Eine dänische Studie mit über einer halben Million Kindern ergab jedoch zweifelsfrei, dass Autismus bei geimpften wie ungeimpften Kindern in gleichem Maße auftritt.

Auch die Vermutung, dass die Sechsfach-Impfung gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus-influenzae-b-Infektionen und Hepatitis B bei Geimpften den Plötzlichen Kindstod verursacht, wurde entkräftet: Trotz der Einführung der Impfung im Jahr 2000 gehen die Zahlen der Fälle vom Plötzlichem Kindstod stetig zurück, und laut dem Bundesministerium für Forschung und Technologie weisen geimpfte Kinder sogar ein geringeres Risiko auf als ungeimpfte Kinder.

Religiöse Gruppen weigern sich gegen Impfungen, weil sie ihnen als "gewaltsame Vergiftung des Blutes" vorkommt und unbiblisch sei. Impfgegner mit religiösen Hintergrund sind mit sachlichen Argumenten nicht zu überzeugen, da sich ihre Ablehnung auch nicht auf sachliche Argumente stützt, sondern auf ihren Glauben. Wo Krankheit als eine göttliche Strafe betrachtet wird, stellt eine Impfung, also die Vorbeugung gegen Krankheiten, einen Eingriff in die göttliche Weltordnung dar.

 

Verschwörungstheoretiker sind überzeugt, dass hinter den Impfempfehlungen nur die finanziellen Interessen der Pharmakonzerne stehen. Dies kontert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung recht gelassen mit dem Hinweis darauf, dass die Pharmakonzerne mit Impfstoffen zwar viel Geld verdienen, aber mit den Medikamenten gegen die ausgebrochene Erkrankung noch viel mehr verdienen würden.

Sogar homöopathisch Arzte weisen in einer Stellungsnahme ihres Zentralvereins darauf hin, dass Impfungen ein guter Schutz gegen Krankheiten sind und notwendige Impfungen nicht durch die Einnahme homöopathischer Medikamente zu ersetzen sind. Außerdem sei kein homöopathisches Mittel, das eine nachweisbare Immunisierung hervorrufen könne.

Trotz all der zur Verfügung stehenden Information – oder gerade deswegen – sind viele Eltern so verunsichert, dass sie ihre Kinder nicht impfen lassen. Auch sind manche Eltern der Meinung, dass viele Infektionskrankheiten ausgestorben und die Impfungen deswegen unnötig seien. Diese Impfmüdigkeit führt aber zu einem Sinken der Durchimpfungsrate, so dass gerade die verdrängt geglaubten Infektionskrankheiten wieder Fuß fassen können.

Generell sind sich die meisten Mediziner einig, dass Impfungen trotz der möglichen und belegten Nebenwirkungen das beste Mittel ist, um eine größtmögliche Anzahl vor Menschen vor der Ansteckung mit Krankheiten schützen, die schwere gesundheitliche Schäden verursachen und oft sogar zum Tod führen.

 
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