Das Wort Kinderkrankheiten klingt ganz harmlos – die Krankheiten selbst sind allerdings alles andere als das. Sie tragen ihren Namen deshalb, weil hauptsächlich Kinder davon betroffen werden.
Allgemein werden Kinderkrankheiten definiert als stark ansteckende Infektionskrankheiten, die im Kindesalter auftreten und eine lebenslange Immunität hinterlassen. Die meisten dieser Krankheiten können bei Kindern glimpflich ablaufen, eventuelle Komplikationen sind jedoch meist sehr dramatisch und hinterlassen bleibende Schäden an verschiedenen Organen.
Schon beispielsweise die häufig als harmlos betrachteten Masern können bei Ungeimpften sehr schwer verlaufen und schlimme organische Schädigungen verursachen. In einem von tausend Fällen kommt es zu einer Gehirnentzündung, die wiederum in 20% der Fälle zum Tod führt.
Viele Kinderkrankheiten werden von Viren verursacht, weswegen meist nur die Symptome gelindert werden können, nicht aber die Ursache behandelt werden kann. Meist beschränkt sich die Behandlung also zwangsläufig auf fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel, reichlich Flüssigkeitszufuhr bei Durchfall, eventuell Linderung des Juckreizes usw.
Zu den Kinderkrankheiten zählen Masern, Röteln, Mumps, Diphtherie, Keuchhusten, Windpocken, Tetanus, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae b (kurz auch Hib). Auch Erwachsene können an Kinderkrankheiten erkranken, wenn sie als Kind keine Immunität dagegen erworben haben, entweder durch eine Erkrankung oder eine Impfung.
Den meisten Kinderkrankheiten kann durch eine rechtzeitige Impfung gut vorgebeugt werden, so dass es entweder gar nicht erst zu einer Ansteckung kommt oder aber die Krankheit sehr abgemildert verläuft. Flächendeckende Schutzimpfungen haben dazu geführt, dass bei uns zum Beispiel die Kinderlähmung als praktisch ausgerottet gilt.
In Deutschland gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) Empfehlungen heraus, gegen welche Kinderkrankheiten geimpft werden sollte. Die Impfkommission wird vom Bundesministerium für Gesundheit berufen.
Gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken wird heut im Rahmen der MMRV-Impfung kombiniert geimpft. Bei einmaliger Impfung sind 95% der Geimpften vor einen Infektion geschützt, nach der zweiten Teilimpfung beträgt der Schutz 99%.


