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Diphtherie – der Würge-Engel der Kinder

Diphtherie ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien ausgelöst wird. Seit Einführung der Schutzimpfung gegen Diphtherie in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist sie aus Deutschland fast völlig verschwunden. Früher wurde die Krankheit auch Würge-Engel der Kinder genannt.

 

Es gibt unterschiedlichen Formen der Diphtherie, die auf unterschiedliche Weise übertragen werden. Am häufigsten ist die Mandel- und Rachendiphtherie, auf die oft die Kehlkopfdiphtherie folgt. Daneben gibt es auch noch die Nasendiphtherie, an der vor allem Säuglinge erkranken, und die seltene kutane Diphtherie. Zur kutanen oder Haut-Diphtherie kommt es, wenn Diphtherie-Bakterien in eine offene Wunder gelangen.

Kinder werden mit vier Teilimpfungen gegen Diphtherie geschützt. Der erste Impftermin liegt am Ende des zweiten Lebensmonats, der zweite am Ende des dritten Lebensmonats, der dritte am Ende des vierten Lebensmonats, der vierte am Ende des 12. Lebensmonats.

Damit der Impfschutz bestehen bleibt, muss er bei Kindern im Vorschulalter und im Alter von neun bis 17 Jahren aufgefrischt werden, danach alle zehn Jahre.

 

Anders als die meisten anderen Kinderkrankheiten wird die Diphtherie nicht von Viren ausgelöst, sondern von Bakterien. Sie können theoretisch mit Antibiotika bekämpft werden, allerdings sind viele Bakterienstränge gegen die bekannten Antibiotika bereits immun.

Übertragung:
Diphtherie wird durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen, aber auch bei direktem Kontakt wie beispielsweise Küssen übertragen, im Fall der Haut-Diphtherie auch bei direktem Hautkontakt.
Die Nasendiphtherie wird durch blutigen Schnupfen übertragen.

Symptome:
Wenige Tage nach der Ansteckung leiden die Betroffenen an einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Fieber, Hals- und Gliederschmerzen und Bauchschmerzen. Bei der Rachendiphtherie kommt es zu einer typischen roten Entzündung und weißlichen Belägen im Rachenraum, die Stimme klingt belegt. Die Beläge breiten sich über die Mandeln aus und erreichen Gaumen und Gaumenzäpfchen, manchmal auch den Kehlkopf.
Bei der Nasendiphtherie ist die Nase verstopft und es zeigt sich ein eitrig-blutiger Ausfluss, oft mit Krustenbildung an den Nasenöffnungen.
Die typischen Symptome der Kehlkopfdiphtherie sind bellender Husten, Heiserkeit und Stimmlosigkeit, das Einatmen ist von pfeifenden Geräuschen begleitet.

Komplikationen:
Bei der Diphtherie kommt es häufig zu schweren Komplikationen. Die Todesrate beträgt zwischen fünf und zehn Prozent. Sind Kinder unter fünf Jahren oder Erwachsene über 40 Jahren betroffen, sterben sogar 20% an der Krankheit.

Die Gefahr bei einer Diphtherie-Erkrankung geht von den auslösenden Bakterien aus, die Gifte produzieren und so Herz, Niere, Leber und andere Organe irreversibel schwer schädigen können. Schon beim Verdacht auf Diphtherie werden heute deswegen Antibiotika (gegen die bakteriellen Entzündungen) und ein spezielles Antitoxin (gegen das Bakteriengift) gegeben.

 
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