Keuchhusten wird durch Bakterien ausgelöst und ist hochansteckend. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts starben in Deutschland jährlich 20.000 Kinder an Keuchhusten (Pertussis). Seit Einführung der Impfung sind die Zahlen zwar drastisch zurückgegangen, ganz ausgerottet ist der Keuchhusten aber nicht.
In neuester Zeit erkranken hauptsächlich junge Erwachsene an Keuchhusten, weswegen die Ständige Impfkommission eine Auffrischimpfung empfiehlt, die im Alter von neun bis 17 Jahren gegeben werden soll.
Anders als bei anderen Kinderkrankheiten ist man nach einer überstandenen Erkrankung nicht lebenslang immun, sondern nur vier bis 20 Jahre lang. Die Immunität nach einer Impfung hält etwa vier bis 12 Jahre lang an.
Bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika lässt sich der Ansteckungszeitraum verkürzen und vor allem der Krankheitsverlauf meist deutlich abmildern.
Übertragung:
Keuchhusten wird durch Husten und Niesen übertragen, aber auch durch das Benutzen des selben Geschirrs, Bestecks o.ä. Die Ansteckungsrate liegt bei nahezu 100%. Wer mit einem Erkrankten in Kontakt kommt und selbst nicht immun ist, wird also praktisch immer mit Keuchhusten angesteckt.
Symptome:
Das erste Stadium (Stadium catarrhale) der Krankheit dauert ein bis zwei Wochen an und ist von erkältungsähnlichen Beschwerden gekennzeichnet, wie Fieber, Schnupfen, Niesen, Heiserkeit, Husten, gelegentlich auch Bindehautentzündung.
Im zweiten Stadium (Stadium convulsivum) treten die typischen anfallsartigen Hustenattacken auf, kombiniert mit zähem Auswurf und anschließendem Erbrechen. Die Beschwerden sind nachts meist schlimmer als tagsüber. Die Symptome klingen nur langsam ab, das Stadium convulsivum kann deshalb drei bis sogar sechs Wochen dauern.
Säuglinge unter sechs Monaten haben nicht die typischen Hustenanfälle, dafür leiden sie oft ausschließlich an Atemstillstand.
Das abschließende Stadium (Stadium decrementi) dauert sechs bis zehn Wochen, während derer die Beschwerden abklingen.
Komplikationen:
Komplikationen treten vor allem bei an Keuchhusten erkrankten Säuglingen auf. Zwischen zehn und 20% erkranken an einer Lungen- oder einer Mittelohrentzündung. Bei Erkrankungen im Alter von unter sechs Monaten stirbt ein Prozent der betroffenen Kinder.
Keuchhusten kann bleibende Schäden an Lunge und/oder Bronchien hinterlassen, manchmal kommt es wegen der extremen krampfartigen Hustenanfälle zu Rippenbrüchen.


