Beim Stichwort Kinderkrankheit fallen vielen Menschen als erstes die durch das Masern-Virus hervorgerufenen Masern ein. Wie viele Kinderkrankheiten werden auch die Masern durchaus für harmlos gehalten, können aber tatsächlich lebensgefährlichen Komplikationen nach sich ziehen.
Wie bei vielen Kinderkrankheiten kann auch der Masern-Virus nicht medikamentös behandelt werden, daher beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden mit Hustenmitteln und fiebersenkenden Medikamenten.
Schutz vor Masern bietet eine Impfung, die meist mit der Impfung gegen Röteln und Mumps, seit kurzem auch gegen Windpocken, verabreicht wird. Die erste Teilimpfung wird zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat gegeben, die zweite Teilimpfung erfolgt frühestens vier Wochen danach, spätestens aber gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Nach der Impfung, aber auch nach einer überstandenen Erkrankung, besteht lebenslange Immunität.
Die kritische Einstellung gegenüber Impfungen und Impfstoffen führt teilweise zu einem Aufleben der Masernpartys. Dabei werden Kinder absichtlich mit anderen, an Masern erkrankten, Kindern in Kontakt gebracht, um sich anzustecken. Die Eltern wollen dadurch Impfschäden durch die Masern-Mumps-Röteln-Impfung vermeiden. Mediziner schätzen die Schäden durch die Masern jedoch höher ein als eventuelle Impfschäden.
Zudem gehören die Masern in Deutschland seit 2001 zu den meldepflichtigen Krankheiten, deren absichtliche Verbreitung strafbar ist. Die bewusst herbeigeführte Erkrankung kann zudem den Tatbestand der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der Körperverletzung erfüllen.
Übertragung:
Die Masern-Viren werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen übertragen. Die Viren sind extrem leicht übertragbar und hoch ansteckend, das bedeutet dass so gut wie jeder Kontakt mit einem an Masern erkrankten auch wirklich zu einer Ansteckung führt.
Symptome:
Für Masern typisch ist der Verlauf der Krankheit in zwei Phasen: Etwa zehn Tage nach der Ansteckung kommt es zu erkältungsähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen und hohem Fieber, oft auch in Verbindung mit einer Bindehautentzündung. Der typische Ausschlag (Exanthem) zeigt sich erst einige Tage später. Er beginnt im Gesicht, breitet sich über den Körper aus und verschwindet nach etwa einer Woche wieder.
Komplikationen:
Nach einer Infektion mit Masern ist das Immunsystem an die sechs Wochen lang geschwächt. Etwa 20% der betroffenen Kinder erkranken in dieser Zeit an Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung. Die Komplikationsrate nimmt mit steigendem Alter der Betroffenen zu. Tritt die Masern-Erkrankung bei Jugendlichen oder Erwachsenen auf, kann sie zu einer Gehirn- oder Gehirnhautentzündung führen, die wiederum Lähmungen oder Persönlichkeitsänderungen auslösen können und in 15% der Fälle zum Tod führt.


