Meningokokken sind Bakterien, die Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) oder Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) auslösen können, manchmal sogar gleichzeitig. Am häufigsten ist mit etwa 70% die Hirnhautentzündung; in knapp 10% aller Erkrankungsfälle kommt es zu der Mischform aus Hirnhautentzündung und Blutvergiftung.
40% aller Erkrankungen betreffen Kinder unter vier Jahren, vor allem Säuglinge im ersten Lebensjahr.
Die Meningokokken können zwar mit einem Antibiotikum bekämpft werden, aber auch bei frühzeitiger Therapie verlaufen die Erkrankungen meist so schwer, dass Komplikationen oder Folgeschäden wahrscheinlich sind; in fast zehn Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.
Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission die Schutzimpfung gegen Meningokokken die im Alter von etwa einem Jahr verabreicht wird.
Übertragung:
Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion und durch engen Kontakt mit Infizierten übertragen. Bei normalen Alltagskontakten ist die Ansteckungsgefahr niedrig, weil die Bakterien an der Luft nicht lange überleben können.
Symptome:
Drei bis vier Tage nach der Ansteckung, manchmal auch erst nach zehn Tagen, kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit plötzlich einsetzen Kopfschmerzen, hohem Fieber, Übelkeit, Steifheit des Nackens und Lichtempfindlichkeit.
Bei Kleinkindern und Säuglingen sind die Anzeichen meist weniger deutlich ausgebildet, sie haben aber fast immer Fieber, sind unruhig oder aber auffällig apathisch, verweigern die Nahrung und erbrechen sich oder haben Durchfall.
Komplikationen:
Rund 15% der an einer Meningokokken-Sepsis Erkrankten haben auch kleine punktförmige Hautblutungen, die in Verbindung mit Bewusstseinstrübung und Kreislaufkollaps auftreten. Diese Kombination von Anzeichen wird Waterhouse-Friderichsen-Syndrom genannt und führt bei bis zu 90% der Erkrankten zum Tod.
Durch die gestörte Durchblutung kann das Gewebe teilweise so sehr zerstört werden, dass betroffene Körperteile eventuell entfernt werden müssen.


